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Die Sache mit dem Waschlappen 

25. Februar 2016

Ich habe eine Freundin, die mir immer wieder mal Fotos von Spinnen schickt. Mal sieht man die Spinne darauf auf Anhieb, mal sieht man sie erst auf den 2. Blick, aber immer sind sie groß und dick und schwarz. Meine Freundin macht das bestimmt lediglich aus reiner Fürsorge, um mich einfühlsam bei der Überwindung meiner ausgeprägten Spinnenphobie zu unterstützen.

Aber das wird so nicht funktionieren.

Vor etwa zwei Jahren hatte ich eine so unangenehme und prägende Begegnung mit einer Spinne, dass dieses eine Exemplar es tatsächlich geschafft hat, meine leichte Hysterie in Panik zu verwandeln.

Es war ein heißer Sommertag und eine der Meerjungfrauen hatte sich großflächig mit Eis beschmiert. Für solche Fälle haben wir immer einen Waschlappen, der im Bad über dem Wasserhahn hängt. Und da ich die Form und Konsistenz feuchter Waschlappen generell nicht besonders toll finde, gibt es bei uns nur die Handschuhvariante. Sie ist einigermaßen formstabil, das Wasser landet dort, wo es hingehört und man hat nicht einfach einen nassen Stoffklumpen in der Hand, der sich wie ein unregelmässig geformter Pflasterstein ohne Rückgrat anfühlt.

Ich drehte also das Wasser auf, schob meine Hand in den noch von der Morgentoilette etwas feuchten Waschlappen und gefühlt zeitgleich passierten folgende Dinge: etwas Großes krabbelte auf meine Hand, es zwickte mich in den Finger, ich riss panisch den Waschlappen von meiner Hand, griff eine Dose Haargel und hämmerte wie besessen auf den Waschlappen ein. 

Dem Kind kam das alles zurecht sehr seltsam vor, so dass es sich dazu entschloss, schnell seinen Papa zu holen. Der nahm den Waschlappen, sah hinein und entdeckte die Einzelteile einer großen, schwarzen Spinne, die es sich vermutlich einfach nur in diesem dunkeln, feuchten Winkel gemütlich gemacht hatte, um der Hitze zu entgehen.

Mich ekelt es heute noch, wenn ich an diese Begebenheit denke. Ich bin danach erst einmal für sechs Monate auf Feuchttücher umgestiegen und werde vermutlich nie wieder einen Waschhandschuh benutzen können, ohne ihn vorher vorsichtig von innen zu inspizieren.

Und bitte glauben Sie mir, das ist überhaupt nicht witzig.

In diesem Sinne wünsche ich einen spinnenfreien Tag,

Ihre Frau Quadratmeter

2016046

15. Februar 2016

Vor einigen Tagen fand ich bei @nutellagangbang auf Ello das hier verlinkte Video. Ich finde diesen Song so großartig und habe mich spontan in ihn verliebt.  Ich wünsche euch allen einen guten Montag!

2016045

14. Februar 2016

  
Sonntagsschnee. Draußen ist es noch stiller als ohnehin. Der Tag ist aus der Zeit gefallen und zieht die Relationen wieder etwas zurecht. 

Twitter, Ello & Co. – eine Bestandsaufnahme

12. Februar 2016

Die Anzahl der Apps für die verschiedenen Social Media-Plattformen steigt und steigt. Und mit ihnen steigt das Gefühl, dass alles immer mehr zerfasert.

Irgendwie ärgert es mich ja schon, dass ich diesem ganzen Thema so viel Aufmerksamkeit widme. Aber da ich das Internet privat und auch beruflich intensiv nutze und da ich mich auch dort gerne mit anderen Menschen austausche, ist es etwas, das mich nachhaltig beschäftigt.

Auslöser war wieder einmal eine große Welle der Empörung auf Twitter. Thema dieses Mal: die Aufweichung der chronologischen Timeline. Viele Twitterer fanden das vollkommen indiskutabel und da war sie dann: die vermeintliche Sternstunde für Ello. Plötzlich registrierten sich jede Menge Menschen bei Ello und es dauerte keine 2 Stunden, bis dass die üblichen Mechanismen in Gang kamen: jeder erzählte jeden, was er warum, wann, wie und wo zu tun hat.

Auf Ello, bis zu diesem Zeitpunkt offenbar eine Oase der seligen Vergessenheit, reagierten die Eingeborenen überwiegend verhalten. Das laute Twittervolk mit seinen 140 Zeichen flutete plötzlich die Plattform und passte so gar nicht zu den anspruchsvollen Fotos, den interessanten Grafiken und den langen Texten. Der Fairness halber sei angemerkt, dass es auch einzelne Stimmen gab, die sich über den Zuwachs freuten.

Auf Twitter vermischte sich die anhaltende Empörung über Twitter mit freundlich-skeptischen Tweets über Ello. Alles wie immer. So viel zur aktuellen Gemengelage. Mittlerweile haben sich alle Kinder weitestgehend beruhigt und beobachten sich gegenseitig auf den jeweiligen Spielgeräten. Hin und wieder wagen Einzelne oder kleine Gruppen einen kleinen Ausfall. Man kennt sich seit vielen Jahren und weiß im Idealfall, dass man sich gegenseitig nicht immer allzu ernst nehmen sollte.

Um es vorweg zu nehmen: ich mag Ello. Es ist dort (bisher) aufgeräumter und friedlicher als bei Twitter. Ello ist spartanisch in seinen Funktionen. Interessant finde ich, dass die Menschen sich dort anders geben als bei Twitter. Weniger Bissigkeit, weniger Ironie, plötzlich schreiben alle lange, persönlichere Texte und man freut sich halt so vor sich hin. Ich lasse den letztgenannten Aspekt mal einfach so stehen; er wäre einen eigenen Text wert.

Für mich ist Ello kein Ersatz für Twitter und ich halte es auch für falsch, diese beiden Plattformen gleichzusetzen. Es sind zwei vollkommen unterschiedliche Konzepte, die wenig miteinander gemein haben. Twitter ist schnell, aufgrund der Zeichenbegrenzung sehr pointiert, dafür aber auch gerne mal missverständlich. Diese Geschwindigkeit bringt einen raueren Umgangston mit sich und manchmal auch eine mangelnde Reflexion. Ello ist ein breiter Strom mit langsamer Fließgeschwindigkeit. Ich kann mir dort in Ruhe die Landschaft ansehen und auch mal eine längere Pause einlegen. Auch ich habe dort einige längere Texte gepostet und fand es dort angenehm entspannt. Es ist dort einfach kuscheliger. Und trotzdem ist mir Twitter lieber. Vielleicht weil ich dort vor 6 Jahren begonnen habe und meistens auch hinter die 140 Zeichen sehen kann. Twitter entspricht mir eher: schnell, manchmal etwas zu hektisch, manchmal schräg, sehr spontan und gelegentlich auch unsachlich.

Vor einigen Tagen fragte auf Ello jemand, ob ein Blog nun eigentlich old-school sei. Und an dieser Frage blieb ich dann hängen. Spontan fand ich es reizvoll, mein ohnehin recht brachliegendes Blog ganz aufzugeben, um dann auf Ello weiterzuschreiben. Aber ich habe mich nun dagegen entschieden.

Es gibt Menschen, die ich sehr gerne lese. Aber es stört mich, wenn ich bei diesen Menschen erst mal gucken muss, was sie gerade twittern, auf Ello veröffentlichen, bei Facebook schreiben, bei Instagram zeigen oder auf ihrem Blog posten. Peach ist erfreulicherweise offensichtlich tot, Tumbler für mich personenbezogen nicht relevant, bei Medium habe ich nur meinen Namen sichern wollen und auf Xing verläuft sich hin und wieder auch noch jemand. Ein eigenes Thema, das den ohnehin schon überspannten Rahmen dieses viel zu langen Textes endgültig sprengen würde, sind übrigens noch die diversen Messenger.

Ich habe zu all dem keine Lust und eigentlich auch keine Zeit. Wenn ich dann aber doch mal eine virtuelle Rundreise antrete, stelle ich entweder fest, dass die Inhalte tatsächlich vollkommen unterschiedlich sind oder aber dass Texte und Bilder doppelt gepostet werden. Und dann fällt mir plötzlich auf, dass ich gerade dabei bin, genau das Gleiche zu tun. Und dass das vollkommen bescheuert ist.

Mir ist schon klar, dass die verschiedenen Plattformen unterschiedliche Ansätze verfolgen und dass daher (im Idealfall) die Inhalte variieren, in der Praxis sieht das allerdings doch häufig anders aus. Da ich aber ganz sicher niemandem vorschreiben kann und will, was er zu tun und zu lassen hat, werde ich weiterhin passiver Nutzer viel zu vieler Plattformen sein.

Ich werde für mich allerdings wieder zu dem zurückkehren, was für mich seit Jahren gut funktioniert hat: Twitter und mein Blog.

In diesem Sinne,

Ihre Frau Quadratmeter

Mama, wie schmeckt der Himmel?

13. November 2015
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Dass man vorher nicht den Schimmer einer Ahnung hat, was das Elterndasein eigentlich wirklich bedeutet, dürfte mittlerweile hinlänglich bekannt sein. Das Thema ist so durchgenudelt, dass es keinen weiteren Blogbeitrag mehr verdient.

Nach mittlerweile fast 5 Jahren haben wir mit den beiden Meerjungfrauen schon so manche Situation erlebt, die wir vorher nicht für möglich gehalten hätten. Unübertroffen sind aber die Gespräche, die wir hin und wieder führen und die sich, je nach Thema, wochen- und monatelang hinziehen können.

Seit diesem Sommer geht es bei uns mit wechselnder Intensität ums Sterben. Auslöser war der Nachbar, dessen Hund überraschend starb. Dann kam noch die Oma eines Kindergartenkumpels dazu und ich geriet ohne jegliche Vorwarnung in Gespräche, die manchmal diffiziler sind als jedes Gipfeltreffen.

„Mama, wenn ich tot bin, komme ich dann in den Himmel?“
„Ja.“
„Fliegt man dann dahin?“
Ja.“
Kind, sehr empört: „Aber Mama! Wir haben doch gar keine Flügel!“

Meine Glaubwürdigkeit wird in Frage gestellt, während ich noch voll und ganz damit beschäftigt bin, meine innere Gänsehaut abzuschütteln. Die natürlich vollkommen idiotisch ist und ein Indiz dafür, wie sehr das Thema Tod mittlerweile tabuisiert wird. Ich habe aber keine Zeit, meinen Erwachsenengedanken nachzuhängen oder mir gar noch mal in Ruhe zu überlegen, was ich eigentlich sonst noch dazu sagen möchte, denn die Unterhaltung geht erbarmungslos weiter.

Wir überlegen gemeinsam, ob Hunde auch in den Himmel kommen, wo Omi und Opa sind, ob es da immer warm ist. Wie viele Menschen passen denn überhaupt auf eine Wolke? Und können wir Kissen und Decke und Teddy mitnehmen?  Wird man da oben nass, wenn es regnet? Kann man dann die Sterne anfassen? Sterben alle Menschen? Du auch? Wann denn? Morgen? Und wann kommt man denn zurück?

„Mama, weißt du, wir machen das so: wenn wir tot sind, nehmen wir uns an die Hand und fliegen gemeinsam in den Himmel!“

Ich bin mittlerweile emotional etwas strapaziert, schaffe aber noch ein einigermaßen brauchbar klingendes, zustimmendes Geräusch und suche in der Besteckschublade ausgiebig nach einer Gabel. Und dann sitzt da plötzlich ein sehr ernsthaft dreinblickendes Wesen auf meinem Schoß, das mir verzweifelt sagt, dass es nie, nie, nie tot sein möchte.

Auf solche Gespräche bereitet einen niemand vor. Man weiß nie, wann sie kommen, wie sie verlaufen und ich habe manchmal das Gefühl, mich bei solchen Dingen wie der letzte Idiot anzustellen. Immerhin: eine nicht repräsentative Umfrage unter befreundeten Eltern brachte zutage, dass es anderen wohl ähnlich ergeht. Wir schlagen uns alle mehr oder weniger tapfer, je nach Tagesverfassung. Oder um es mit einer Freundin zu sagen: “ Manchmal sehne ich mich fast danach, dass unsere Tochter mal wieder lautstark im Schwimmbad verkündet, dass ich heute keine Zeit hatte, mich zu rasieren.“

Mittlerweile hat sich das Thema schon etwas gesetzt: wir sind wir schon eine Stufe weiter und unsere Kinder beschäftigen sich mit den Ritualen rund um den Tod. Friedhöfe und alles was dazu gehört sind hochgradig interessant. Und manchmal besprechen sie die Dinge dann auch untereinander:

Kind 1: „Da ist ein Friedhof. Guck mal, die haben Kerzen und Blumen, das ist aber hübsch!“
Kind 2: „Und die haben auch einen Stein mit ihrem Namen drauf.“
Kind 1: „Und da ist man dann, wenn man mal tot ist.“
Kind 2: „Quatsch! Wenn du tot bist, fliegst du in den Himmel und da wirst du dann eingegraben.“

Na dann ist ja alles geklärt.

In diesem Sinne,
Ihre Frau Quadratmeter

250 Gramm Empathie. Und packen Sie sie bitte als Geschenk ein!

17. August 2015
tags:

Schon seit Wochen lese und höre ich so allerlei zum Flüchtlingsthema, sehe mir die Reaktionen und Kommentare an und in mir wächst ein zunehmendes Unbehagen, das ich gar nicht so recht in Worte fassen kann.

Ich habe den subjektiven Eindruck, dass sich nicht nur der übliche braune Bodensatz zunehmend ausbreiten darf, um orthographisch mehr oder weniger fragwürdig seinen Standpunkt mitsamt Handlungsempfehlungen kundzutun, die ich hier nicht wiedergeben mag. Das wird von intellektuell aufgeklärteren Menschen gerne als lächerlich abgetan, das muss man nicht ernst nehmen, die sind eh alle beschränkt und tumb. Und diskutieren kann man mit denen auch nicht. Und außerdem muss eine Demokratie sowas ja auch aushalten. Themenwechsel.

Und dann sind da noch „die Anderen“. Sie schlagen leisere Töne an und sind orthographisch deutlich versierter. Sie haben nichts gegen Flüchtlinge, aber. Sie können das ja alles nachvollziehen, irgendwie, aber. Sie sprechen von Überfremdung, fragen wie das alles nur enden soll, wer das alles bezahlen soll. Sie sind ein einziger Aber-Satz und zeichnen in vagen, aber düsteren Farben eine Zukunft, die ja so keiner wollen kann und in der wir offensichtlich alle halbnackt und hungernd an irgendwelchen Straßenecken kauern und uns gegenseitig anbetteln, weil nichts mehr da ist. „Wir wollten ja nach England, aber der Eurotunnel…“, raunen sie und nicken wissend. „Man  kann heutzutage nicht mehr einfach irgendwo hin fahren, wenn man Urlaub machen will. Wir gucken da schon sehr genau hin.“ Aha.

Eine Sonderform sind dann die, die sich gegen die kritischen Stimmen wenden, die den braunen Mob deutlich verurteilen. Da lese ich Begriffe wie „Blockwartmentalität“, es werden DDR-Vergleiche bemüht, man weist darauf hin, dass eine Demokratie das aushalten müsse.

Immerhin: Hin und wieder findet sich mittendrin ein Strohhalm, der daran erinnert, dass es hier um Menschen geht. Frauen, Männer, Kinder, Familien oder das, was davon übrig ist. Menschen in Not.

Ich dachte bisher immer, dass alle Menschen mit einer gewissen Grundempathie ausgestattet sind, werksseitig sozusagen. Aber ganz offensichtlich habe ich mich gründlich getäuscht. Vielleicht bin ich aber auch vollkommen ahnungslos und es ist ein unheimlich tolles Vergnügen, auf einer überfüllten Nussschale durch die Gegend zu schippern und zu hoffen, dass man lebend auf der anderen Seite ankommt. Malediven hatten wir schon, DomRep ist schon lange out, USA ist Mainstream, Mallorca ist so überlaufen: lass uns doch mal eine Adventure Boat Tour buchen.

Viele von uns sitzen vor vollen Tellern in einer hellen, warmen Behausung, vielleicht gemütlich vor dem großen Flachbildfernseher mit WLAN-Anschluss, das Tablet oder Smartphone in Reichweite, im Zimmer nebenan steht das Bett im trockenen Zimmer, irgendwo befindet sich ein Badezimmer mit Wasseranschluß und verschließbarer Türe. In der Schublade liegen die Kopfschmerztabletten und wenn die nicht helfen, gehen wir einfach tags drauf zum Hausarzt. Oder fahren mit dem Auto hin. Oder dem Fahrrad. Nachdem wir aus unserem Kleiderschrank saubere und trockene Kleidung ausgesucht haben, die wir nach dem letzten Urlaub in der Waschmaschine gewaschen haben.

Ich kann es immer noch nicht so recht in Worte fassen, weil ich so wütend bin und mich so furchtbar schäme für das Verhalten und die Aussagen vieler Menschen da draußen. Wir können alle nichts für das Leben, in das wir geboren worden sind. Aber manchen stünde etwas Empathie wirklich verdammt gut zu Gesicht!

Zeigt her eure Taschen oder: Ja, es gibt mich noch!

27. Juli 2015

Ich könnte jetzt erst mal ein bisschen jammern über viel Arbeit, mehr oder weniger ungeplante Krankenhausaufenthalte diverser Familienmitglieder, eine nachhaltige Verstimmung in Kombination mit großer Lustlosigkeit aufgrund eines bisher eher mäßig verlaufenen Sommers, unaufschiebbare Termine. Da das aber eher uninteressant und mittlerweile alles erledigt ist, lasse ich es sein und veröffentliche einfach mit satter mehrwöchiger Verspätung endlich alle Einsendungen.

Meine Leser sind offensichtlich alle stets adrett gekämmt, ordentlich eingecremt, gut riechend, gelegentlich gedopt und kämen auch ohne Chuck Norris wunderbar zurecht, wenn sie mal unverhofft in eine brenzlige Situation geraten.

Herzlichen Dank an Prentu für die Gutscheine. Diese habe ich unter allen Teilnehmern ausgelost und die glücklichen Gewinner bekommen eine Mail von mir mit dem Gutscheincode. Vielen Dank auch an alle, die bei der Aktion mitgemacht haben!

 

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