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Ich verstehe Frau Enke nicht

11. November 2009

Ich habe eine Frage, ganz ironiefrei. Kann mir bitte jemand erklären, wieso Frau Enke heute diese Pressekonferenz zum Tod ihres Mannes gegeben hat? Mich befremdet das etwas, und ich verstehe es schlichtweg nicht.

 

Ratlos,

Frau Quadratmeter

22 Kommentare leave one →
  1. 12. November 2009 18:55

    m2c: Wer weiß wie Sie bedrängt wurde, exklusiv für irgend wen irgend etwas zu sagen. Dann lieber den kurzen schnellen Weg und einmal alles zentral in einer Presskonferenz. Auch wenn diese ans ich recht geschmacklos erscheint, doch die Meute ist sicher unerbittlich und nimmt vor allem keine Rücksicht auf persönlich Gefühle.

  2. redwolf2222 permalink
    12. November 2009 18:50

    Die erste Zeit realisiert man nicht vollends was da geschehen ist. Erst später bricht alles auf einen herein. Darum war es gut sehr früh, dieses Gespräch zu führen. Natürlich nur solange sich jemand dafür bereit fühlt.

  3. 12. November 2009 09:10

    Ich halte den Schritt von Frau Enke für nachvollziehbar. Alles wäre vielleicht für sie noch schlimmer geworden, wenn die Pressemeute die nächsten Wochen alles unternommen hätte, um Details über ihren Mann, ihre Beziehung etc. herauszubekommen. Die damit einhergehenden Spekulationen hätten das Maß des Erträglichen noch viel mehr überschritten. Dem allen hat sie jetzt Einhalt geboten. Um sich und ihre Tochter zu schützen.

  4. 12. November 2009 00:01

    Ich habe schon häufig gelesen, dass sich Angehörige von Menschen, die sich selbst getötet haben schuldig fühlen, weil sie es nicht geschafft haben, diesen Menschen davon abzuhalten

    …vielleicht war der Gang in die Öffentlichkeit, der Versuch zu erklären, sie konnte nichts tun? Vielleicht um Vorwürfe an ihre Person vorzubeugen? Vielleicht um sich selbst freizusprechen, sie erzählt ja, wie sie zusammengehalten und sich gemeinsam durch die schwere Zeit gekämpft haben und es doch letztendlich nicht geholfen hat.

    Ich denke einen Menschen durch Selbsttötung zu verlieren ist noch um vieles schwerer, als durch einen Unfall oder durch Krankheit. Die Psyche des Menschen ist oft seltsam und man verhält sich in Extremsituationen völlig unerwartet.

    Dazu fällt mir noch ein, vielleicht steht sie auch zur Zeit unter Medikamenten, was dann auch ein anderes Verhalten hervorbringen könnte, als es bei ihr normalerweise wäre…

  5. 11. November 2009 23:34

    Habe die Ehre!😉 So sieht man sich wieder. Und scheint einander zu verstehen. Schön.

  6. 11. November 2009 23:27

    Ich hab mir auch dieselbe Frage gestellt. Ich hätte das auch niemals gekonnt. Aber manchmal wächst man über sich hinaus, oder der Druck wird groß, oder man will allen mal was sagen oderoderoder…
    Auch etwas ratlos,
    blaue Suppe

    • 11. November 2009 23:30

      Hallo und herzlich Willkommen🙂

      Danke für den Kommentar, du hast verstanden, was ich meinte. Es geht nicht um eine Wertung, Be- oder gar Verurteilung.

  7. 11. November 2009 22:57

    Hmm…ich habe es richtig verstanden, dass er schon längere Zeit Depressionen hatte? Ich könnte mir vorstellen, dass so eine Krankheit für den Partner ebenso lebenseinschneidend ist, wie für den Erkrankten selber. Und ja, ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man als Partner wegen der ganzen Probleme, der Schwermut, dem Alleine-gelassen-werden, der unsäglichen Verantwortung die man für alles tragen muss, etc., auch mal unglücklich ist. Es kann gut sein, dass man sich als Partner von einem Kranken irgendwann auch ein Schutzmäuerchen aufbaut, sich hinter diesem Mäuerchen von seinem/seiner ehemals gekannten, geliebten und inzwischen erkrankten Mann/Frau verabschiedet. Während einer lang andauernden Krankheit kann es durchaus vorkommen, dass man sich von seinem Lebenspartner „löst“. Die Trauerarbeit über den „verlorenen“ Lebenspartner fängt noch an, bevor dieser gestorben ist.

    Wenn der kranke Partner dann stirbt, erlebt man sicher eine ganz unerwartete Reaktion des Hinterblibenen. Und da hake ich bei Zimtapfel ein… Wer sind wir schon, dass wir jemandem nach so einer schweren Zeit sagen dürfen, wie er zu trauern hat. Ich habe das Gefühl, Frau Enke hat schon viel, viel mehr getrauert als dies in den letzten Stunden/Tagen möglich war…

  8. 11. November 2009 22:39

    Vielleicht ist es für sie auch einfach befreiend, nun endlich über ein Thema sprechen zu dürfen, wovon jahrelang keiner etwas wissen durfte.

    • 11. November 2009 22:40

      Das kann gut sein. Nur weiss ich nicht ob eine Pressekonferenz 24 Stunden nach dem Tod des Manns die „richtige“ Plattform ist. Die Öffentlichkeit ist längst nicht so verständnisvoll, wie sie tut… Leider.

  9. 11. November 2009 22:24

    War mir auch schleierhaft. Zumal die Personen, die sie damit vor allem erreicht, sich kaum für Herrn Enkes Gemützustand interessieren, sondern sich nur wundern, dass er sich umgebracht hat. Was die beiden einander zu sagen hatten, geht denen/uns eigentlich (ohne despektierlich klingen zu wollen) irgendwo lang.

  10. 11. November 2009 21:13

    Ehrlich gesagt, ich würde mich da auch dem „man muss nicht immer alles verstehen“ anschließen.
    Jeder Mensch hat seine ganz eigene Art, mit dem Verlust eines nahen Angehörigen umzugehen. Sie hat diesen Weg gewählt, vielleicht, was auch schon vermutet wurde, um den wilden Spekulationen entgegenzuwirken.
    Ich habe es in den letzten Monaten mehrfach erleben müssen, wie Menschen, die jemanden verloren hatten, offen dafür angefeindet wurden, wie sie sich in der Zeit danach verhielten, weil sie nach der Meinung anderer „nicht richtig trauerten“. Und so etwas finde ich einfach nur ganz schrecklich. Denn niemand kann wissen, wie es in einem anderen drin aussieht. Niemand kann beurteilen, ob ein anderer „richtig trauert“. Da gibt es einfach kein richtig oder falsch, das muss jeder auf seine eigene Art schaffen. Das muss dann auch niemand verstehen oder nachvollziehen können. Aber respektieren wäre schön.

    • 11. November 2009 21:23

      Ich will niemanden anfeinden, um Himmels Willen! Und es gibt kein „richtiges“ oder „falsches“ Trauern. Aber in meiner ganz kleinen, persönlichen, subjektiven, privaten Welt ist nun mal dieses Gefühl des Befremdens. Nicht mehr und nicht weniger.

      • 11. November 2009 22:29

        Das finde ich eigentlich schade, diese Trauer-Erwartung, die an Trauernde gestellt wird. Nur denke ich halt, dass sie vorallem für sich etwas erreicht hat mit diesem Schritt und nicht jemanden aufgeklärt, was ich so auch vollkommen legitim finde, nur sind andere Leute damit nicht weiter. Getuschelt und Spekuliert wird weiterhin.

  11. kleineethnologin permalink
    11. November 2009 20:36

    Auch ich verstehe das nicht. Mein erster Gedanke war, dass eine Pressekonferenz das Allerletzte wäre, was ich in einer solchen Situation tun würde. Eine Erklärung, die mir einfiel ist die, dass sie vielleicht wilden Gerüchten vorbeugen wollte?

    Überhaupt ist diese geballte Berichterstattung mehr als anstrengend. Wiederum das einzig Positive daran scheint mir zu sein, dass das sehr ernste und bislang Tabuthema „Depressionen“ vielleicht einmal eine breitere Öffentlichkeit bekommt (wenn auch nur kurz), bzw. sich mehr Menschen beginnen, einmal damit auseinanderzusetzen.

  12. 11. November 2009 19:41

    Verstehen tue ich es auch nicht, will ich auch gar nicht. Vielleicht hatte sie Angst das jetzt viel Dreck in den Medien verbreitet wird und wollte von Anfang an aufklären, allerdings schon so kurz nach dem Tod des Partners? Wie auch immer, RIP

  13. 11. November 2009 19:33

    Vielleicht ist die Antwort einfach bei dem Verstorbenen selbst zu finden… Er war, so habe ich jetzt oft gehört, sehr nah an den Fans, den Menschen dran. Er war keiner von denen, die von oben herab agierte. Er sprach regelmäßig mit den Fans, hatte keine Berührungsängste.
    Vielleicht hat sie es aber auch getan, um dieses ewige Tabuthema offen anzusprechen. Sie hat mit ihrem Mann gekämpft und konnte ihm schlußendlich nicht helfen.

    Ja, es mag auf manche befremdlich wirken, mir ringt es Respekt ab. Ich glaube nicht an abgekarterte Spielchen oder Managerzüge, ich glaube, es war ihr ein tiefes Bedürfnis, offen über das sprechen zu dürfen, was sie auch ihm zuliebe jahrelang verheimlichen musste.

  14. Dr. Borstel permalink
    11. November 2009 19:06

    Mir geht es da ähnlich wie dir. Ich glaube, ich werde in diesem Zusammenhang nicht das Wort „geschmacklos“ in den Mund nehmen, wie ich es ursprünglich geplant hatte, aber für seltsam und durchaus unangemessen halte ich es auf jeden Fall. Es mag ja Menschen geben, die so mit Trauer umgehen, aber … naja, ich will mich nicht groß aufregen.

  15. 11. November 2009 18:11

    Zunächst mal: „Man muss nicht immer alles verstehen.“

    Ich persönlich finde es ok und „Hut ab“. Wieso nicht, der Mann war bekannt, stand in der Öffentlichkeit. Vielleicht ist es sogar wichtig für Frau Enke gewesen, selbst etwas dazu zu sagen, anstatt wilde Spekulationen über die Nachrichten zu erfahren. Vielleicht ist das auch ein Teil von Trauerbewältigung.

    • 11. November 2009 18:17

      Willkommen.

      Das ist schön, das Sie nicht immer alles verstehen müssen. Das unterscheidet uns dann voneinander. Mich interessieren die Beweggründe. Denn: wenn mein Mann sich das Leben genommen hätte, wäre es für mich vollkommen unvorstellbar, mich keine 24 Stunden später auf einer Pressekonferenz zu befinden.

  16. 11. November 2009 18:09

    Das kann ich dir auch nicht erklären – vor allen Dingen wenn man das hört, was sie da von sich gegeben hatte. Einten Teil davon hörte ich vorhin im Radio.
    Für mich sieht es so aus, als wäre das alles „relativ geplant“ gewesen…

    Verein und Presse könnten mir den Buckel runterrutschen – so kurz nach dem Tod (egal ob Suizid oder Unfall) hätte ich jeden erschlagen, der mir auf die Pelle rückt… zumindest was Verein, Presse usw. angeht.

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