Zum Inhalt springen

Eins und dennoch zwei

13. Februar 2013

imageDer heutige Gastbeitrag kommt von Ilka und beschäftigt sich sehr offen und sehr persönlich mit einem Thema, das mich eine Zeitlang ebenfalls umgetrieben hat – wenn auch nur in der Theorie: Zwillingsschwangerschaften, die als Einlingsgeburten enden und ihre emotionalen Auswirkungen auf die lebend geborenen Kinder.

Mitten im Leben und doch allein – Alleingebliebener Zwilling

Eigentlich hat man alles im Leben, um glücklich zu sein, und doch ist man es nicht. Was es ist, was einem zum Glück fehlt, steht vielleicht gar außerhalb der eigenen Vorstellungskraft, aber dennoch ist da die ganz tiefe Gewissheit: Etwas fehlt.

Das unerklärbare Fehlende könnte ein Zwilling sein, der mit einem gemeinsam das Leben begann, dann jedoch verschwand. Seit seinem Verschwinden befindet sich der Verbliebene auf der Suche, einer unbestimmten Suche nach etwas Ungreifbaren, im Bewusstsein Unbekannten.

“Fakten”

Was vielen vielleicht bekannt ist, ist die Tatsache, dass nicht jede Befruchtung einer Eizelle zu einer Schwangerschaft und einer Geburt des Kindes führen. Genauso ist es möglich, dass mehrere Eizellen befruchtet werden oder sich eine Eizelle zu einem Zwilling teilt, von denen einer abgeht, die Schwangerschaft an sich jedoch bestehen bleibt. Dieses Phänomen wird in Deutschland mehrheitlich “verlorener Zwilling” genannt. Der Prozentsatz ist strittig, ich habe von Zahlen zwischen 10% und 70% gelesen, dass es zu einer Zwillingsanlage kommt, jedoch nur rund 1% aller Geburten tatsächlich Zwillinge sind. Gehen wir von der niedrigsten Zahl aus, wäre immer noch jeder Zehnte ein alleingeborener Zwilling.

Während einer Schwangerschaft kann viel passieren; oftmals geht einer der Zwillinge unbemerkt ab, bereits vor dem ersten Ultraschall. Manchmal geht ein Zwilling mit einer Zwischenblutung ab, bildet sich im Mutterleib zurück oder wird mit dem Überlebenden dann tot geboren. Frauenärzte teilen Müttern auch nicht immer sofort eine erkannte Zwillingsschwangerschaft mit oder entdecken sie zunächst gar nicht, da sie nicht damit rechnen. Und auch bei unerwünschten Schwangerschaften kann es zum Zwillingsverlust kommen, nämlich wenn nach einer Abtreibung weiterhin eine Schwangerschaft besteht. Wie gesagt, all sowas kann passieren, muss aber nicht zwangsweise auf einen verlorenen Zwilling hinweisen. Hierzu gibt es ausführliche Literatur, die mir bekannte und auf Zwillingsverlust bezogene nenne ich im Anschluss an diesen Beitrag.

Aber was macht das eigentlich mit jemandem, dem Alleingebliebenen, wenn er vielleicht gar bevor er ein Bewusstsein entwickelt, etwas verliert? Der kleine werdende Mensch bekommt das irgendwie mit. Zwillinge spüren sich gegenseitig, noch bevor sie ihre Mutter wahrnehmen, sie sind einander näher als alles andere in der Welt. Und wenn das Allernächste, das man ohne entwickeltes Eigen-Bewusstsein überhaupt nicht von sich selbst trennen kann, verschwindet, ist es, als verlöre man einen Teil von sich selbst.

Und hierbei ist es unerheblich, ob es sich um eineiige oder zweieiige Zwillinge handelt, vielleicht gar Mehrlinge geboren wurden und dennoch jemand fehlt. Die im Leben auftretenden Symptome variieren leicht, was die Identifikation des Fehlenden in der Arbeit mit dem Thema erleichtert.

Einige Symptome

Freunde verschwinden plötzlich aus unerfindlichen Gründen aus dem Leben
Einsamkeitsgefühl inmitten einer geselligen Runde
Das Gefühl, nicht zu genügen
Für zwei oder mehr arbeiten
Dinge zweifach oder mehrfach kaufen
Sich nur halb fühlen, halb da, nie ganz anwesend
Sich unsichtbar machen können, nicht wahrgenommen werden
Sich nichts richtig gönnen können
Das Gefühl, einen Platz freihalten zu müssen
Eine permanente Suche / tiefe Sehnsucht
Sich nichts zutrauen / geringes Selbstwertgefühl
Dinge nicht beenden können / nichts zu Ende führen
Innere Zerrissenheit
Sich nicht entscheiden können
Probleme, sich zu verabschieden
Ein ambivalentes Verhältnis zu Spiegeln oder Fotos von sich
Starke Schuldgefühle
Sich nach Nähe sehnen, sie aber dennoch nicht zulassen können
Probleme mit Essen (zuviel oder zu wenig)
Unbestimmte Aggressionen
Das Gefühl von Verlust ist ein alter Vertrauter
Hochsensibilität

Persönliche Geschichte

Ich selbst bin alleingeborener, eineiiger Zwilling und mein Schwesterchen verließ unsere gemeinsame Höhle relativ früh. Fakten stehen mir leider kaum zur Verfügung, meine Mutter kann ich nicht mehr fragen, aber ich weiß aus Erzählungen von früher, dass sie Zwischenblutungen hatte und lange liegen musste, ich mich sehr spät drehte und als ich endlich zur Welt kam, es eine schwere Geburt war. Das war die Faktenlage, alles andere sind Kinderträume, Körpererinnerungen und tiefe Gefühle.

Prinzipiell bin ich ein recht rationaler Mensch, der immer alles erklären und begreifen muss, damit lief ich hier vor die Wand und hatte so meine Probleme mit der ganzen “Geschichte”, sie als wahr anzunehmen.

Zum ersten Mal begegnete mir das Thema “Zwillingsverlust” vor rund 5 Jahren während einer Schwangerschaft im nahen Umfeld: Zwischenblutungen und der nachfolgende US zeigte ein lebendes, sich entwickelndes Kind und eine leere Fruchthöhle. Das war der Zeitpunkt, wo ich mich an meine Kindheitsträume und die Zwischenblutungen bei meiner Mutter erinnerte. Als Kind hatte ich mir immer eine Zwillingsschwester gewünscht, in meinen Tagträumen haben wir miteinander gespielt, in der echten Welt suchte ich nach ihr, fand sie nicht und erzählte aber auch niemandem von meiner Sehnsucht. Sie war mein kleines Geheimnis, ich fühlte mich fehl am Platz genug, um nicht noch Anlass zu geben, ich sei völlig verrückt. Mit dem Größerwerden blieben eine immerwährende Suche und die Einsamkeit, aber der Kontakt zu meiner “imaginären Zwillingsschwester” verlor sich.

In den folgenden 5 Jahren kam das Thema aus verschiedenen Anlässen immer mal wieder ins Gespräch, mit einem Bekannten, einer Freundin und irgendwann begegneten mir gar mal echte lebende, eineiige Zwillinge! Es gibt sie also wirklich! Doppeltes Lottchen und ähnliche Geschichten hatte ich immer vehement abgelehnt, da ich es für ein gemeines Märchen hielt.

Genug der traurigen Vorgeschichte. Ich konnte irgendwann mit meiner Zerrissenheit nicht mehr umgehen, alles in meinem Leben wendete sich, vieles hatte ich selbst eingeleitet; es wurde immer besser. Ich wollte nicht mehr das kleine unscheinbare Ding sein, das immer nur im Hintergrund agiert und andere von seinen Stärken profitieren lässt. Ich wollte ganz klar gesagt “einen gesunden Egoismus” entwickeln, konnte aber nicht, irgend etwas hielt mich zurück.

Nun, ich bin leidenschaftliche Fotografin, habe deutlich oben erwähntes ambivalentes Verhältnis zu Fotos von mir, konnte aber nie widerstehen, mich diesem auszusetzen. Irgendwann kamen Langzeit-Doppelbelichtungen heraus, auf denen ich mich undeutlich 2x befand, einmal deutlicher, einmal weniger; und ein Freund, dem ich sie zeigte, sagte im Nebensatz “Du hast doch mal diese Zwillingsgeschichte erwähnt”. Dass meine Bilder mich nicht anlügen, so sicher war ich mir immerhin schon in mir, und habe mich bei nächster Gelegenheit hingesetzt und angefangen über verlorene Zwillinge zu recherchieren.

Was folgte, hätte ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können, nach wenigen Zeilen saß ich tränenüberströmt auf meinem Sofa. Plötzlich klärten sich alle vergessenen und unformulierten Fragen meines Lebens. Es war wie ein Memory-Spiel, bei dem sich die letzten Karten wie von selbst umdrehten und alle meine Lebensverwirrungen lagen klar und erklärt vor mir.

Kurz nach dem “du wirst doch verstanden”, fühlte ich das immer Ersehnte in mir! – Mein Körper erinnerte sich! Ich habe es bereits erlebt, das, wonach ich mich immer gesehnt habe, es steckt als tiefe Erfahrung in mir und in dem Moment ist es dermaßen heftig ausgebrochen! Ich habe noch nie in meinem Leben so intensiv gefühlt. Solch ein Glück, Liebe, Einigkeit, Verstandensein, alles auf einmal, es kam mit einer Wucht, die mich nur wegblies. Da war sie: meine immer gesuchte Zwillingsschwester!

Und aus diesem Moment schöpfe ich all die Kraft, mich mit ihr, ihrem frühen Verlust und dem zurückgebliebenen Trauma auseinanderzusetzen. Ich spürte plötzlich alles, alles gleichzeitig, denn alle nachfolgenden Erfahrungen liegen ja auch in mir. Aber ich hatte die Brücke zu meinen Gefühlen geschlagen und diese sind eine enorme Energiequelle. Diese Energie war all die Jahre wie eingefroren, für mich nicht zugänglich. Vertrauen, Liebe, mich fallenlassen, all das war mir fremd. Immer stand ich auf eigenen Beinen, egal wie wackelig, ich stand – und jetzt entdecke ich: ich stand gar immer nur auf einem Bein: dem rationalen, das Gefühlsbein war betäubt, fast nicht da.

Lesen über Trauma hat mir auch geholfen, muss ich mal eben einstreuen. Je nach Literatur über verlorene Zwillinge soll man ihn integrieren oder gehen lassen, ihn von sich trennen, ihn zu identifizieren lernen, von ihm lernen oder es so sehen, man habe aus Schuldgefühl sein Leben gelebt und nicht das eigene. Es sind alles Theorien, die irgendwie helfen, weiterzukommen, aber in meinen Augen hinken sie alle. Für mich ganz persönlich ist nicht alles meine Zwillingsschwester, was ich an mir so doof finde – das wäre ja unerträglich. Vieles liegt bei mir in dem unverarbeiteten Schock, dass sie plötzlich weg war, erst “kaputt”, ich konnte ihr nicht helfen, und dann war sie fort.

Mein Weg bis zum jetzigen Zeitpunkt war zunächst ins Internet, dort mich umsehen, dann das Buch “Der verlorene Zwilling”, welches mir viel erklärte, der Roman “Du fehlst mir, du fehlst mir”, durch den ich mich nicht so verrückt fühlte und das eBook “Healing Path”, in dem ich eine Leitlinie fand, wie ich mit der Entdeckung eben nach der “Entdeckung” weiter umgehen kann (genaue Lit.-Angaben unten). Mit dem Healing Path hatte ich so meine Schwierigkeiten im Prozess, am Ende war ich ihm jedoch recht wohlgesonnen.

Ich habe gelernt, getrennt, beobachtet, geheult und immer wieder geheult, ganz neue Erfahrungen gemacht, gar von Dingen, die ich an sich aus meinem Leben wusste, aber eigentlich nur “wusste”, nie recht gespürt habe. Und dann lehnt eine erwachsene Frau am Spiegel und verzweifelt, dass er so kalt und flach ist. Ja, es gab viele Momente, in denen ich an mir zweifelte, sehr viele. Mein Verstand und meine Gefühle haben sich zu meinem Leidwesen so gar nicht mehr unter einen Hut bringen lassen. Auf der anderen Seite war die Erleichterung, so viele groteske Dinge aus meinem bisherigen Leben einfach so geklärt zu wissen, ebenso mein stetiger innerer Kampf gegen mich selbst. – Ich tauschte einen “Kampf” gegen den nächsten. Die Gefühle, diese eingefrorenen unerfahrenen armen Dinger, die müssen auch erstmal lernen, sie fangen an aufzuschließen, nachzuholen, erwachsen zu werden, zu mir zu kommen – das braucht seine Zeit – und geht dennoch wahnsinnig schnell. Sie kennen ihr Ziel ganz genau, sie brauchen keine über 30 Jahre, aber 30 Tage darf man ihnen schon lassen ;)

Jetzt bin ich ohne Buch und Leitfaden unterwegs. Ich habe viele meiner inneren Verwürfnisse in E-Mails an meine Zwillingsschwester formuliert, neuen Freunden am Telefon ins Ohr gestottert und innere Bilder in Fotos und Zeichnungen umgesetzt: meine Schwester mit mir erlebt, sie gehen sehen und meine verzweifelte Suche im Leben danach noch einmal durchgemacht. Bis zum jetzigen Zeitpunkt, das hat befreit! Es zerreißt mich bisweilen immer noch, ich bin noch nicht “fertig” mit dem Thema, falls es das jemals geben wird. Denn ein Mensch und eine Erfahrung, die einen so tief berührt haben, die verschwinden nicht mehr aus dem Leben :) – Und genau hierin liegt auch etwas Wundervolles: ihren Tod kann ich akzeptieren, da ich weiß, was ich zuvor Wundervolles erlebt habe! Und damit kann ich den Schock und das Trauma aufarbeiten, ich weiß, wo mein flatterndes Zwillingsband hingehört: Es hat seinen zweiten Anker in mir gefunden, an meiner “anderen Seite”, die ich immer bekämpft habe, mein Herz heilt, das Band stärkt, die beiden inneren Kampf-Hennen beginnen, sich zu versöhnen und ich fange an, Verständnis für mich selbst zu entwickeln.

Identität

Jeder überlebende Zwilling hat durch die im Mutterbauch erlebte Einheit ein Stück der Identität seines Zwillings in sich, die er durch den fehlenden Körper des anderen als seine eigene ansieht, sei es “nur” eine völlig widersprüchliche Eigenschaft, die ihn innerlich zerreißt oder bei gegengeschlechtlichen Zwillingen gar eine Verwirrung der eigenen Geschlechtsidentität.

Lebende Zwillinge lernen erst im Laufe ihres Lebens, sich nicht mehr als Einheit zu sehen und trotz ihrer Zwillingsidentität eine eigene Identität herauszubilden. Dies geschieht schrittweise, die deutlichsten sind einmal zu der Zeit, in der ein Zwilling lernt, sich im Spiegel zu erkennen und auch vom anderen zu unterscheiden, und einmal in der Pubertät. Prozesse, die unterschiedliche Freunde der Zwillinge mit sich bringen oder später das Verlieben in verschiedene Menschen. Dies sind die offensichtlichsten Zeichen – unterschiedliche Neigungen und Fähigkeiten entwickeln sich sukzessive.

Es heißt, Zwillinge teilen sich ihre Fähigkeiten bereits im Mutterleib auf und trotz aller Gleichheit und Verbundenheit sind sie immer wieder uneins. Dies alles macht der alleingebliebene Zwilling mit sich selbst aus, er kann nichts “an den anderen” abgeben und leider auch von niemandem Verständnis für seine innere Uneinigkeit erwarten: Außenstehende sehen nur eine Person, die sich mitunter recht normal entwickelt hat, mit ein paar seltsamen, unverständlichen Macken. – Wer vermutet da bei der Unpopularität dieses Themas eine fehlende zweite Person? – Und so bleibt der alleingeborene Zwilling oft einsam, bis er selbst seinen Zwilling findet.

Wege, den Zwilling zu finden

Nach allem, was ich gelesen habe, sind die meisten verlassenen Zwillinge in psychologischer Betreuung auf ihren Zwilling gestoßen. Oft nach vielen Versuchen verschiedenster Therapien, die alle nur theoretisch hätten helfen können, aber nie den “Urspungsknoten” berührten. Auch habe ich gelesen, dass eine innere Bereitschaft da sein muss, dieses Thema (seinen Zwilling und den schmerzhaften Verlust) überhaupt an sich heranzulassen. Wenn die Blockade zu tief sitzt, muss bisweilen etwas, dass ein Ereignis “überschüttet” hat, erst ausgeräumt werden. Andererseits muss man diesem Thema überhaupt erst einmal begegnen, um es für sich anzufühlen – wenn es nicht passt, nicht jetzt oder gar nicht, wird man es ebenso spüren wie wenn es passt; das Herz weiß hier mehr als der Kopf.

Hier ein paar hilfreiche Begleiter auf dem Weg:

- Familienaufstellung
- Rückführungen
- Innere Bilderreisen
- Hypnose
- “Wasserschweben” (begleitetes Baden in körperwarmem Wasser)
- kinesiologische Muskeltests

Fazit

Wer meint, sich hier wiederzuerkennen, in wem dieser Bericht Erinnerungen oder gar starke Emotionen weckt, dem könnte Ähnliches passiert sein. Es gibt verschiedene Arten und Wege, seinen Zwilling zu verlieren – ebenso individuell ist der persönliche Umgang im Leben und die Art des Wieder-Entdeckens, der Abschied und auch die Integration des Gewesenen als Tatsache in das eigene Leben.

Gerade emotional ist es eine Achterbahnfahrt, oben, unten, vorne, hinten, Anfang und Ende treten nahezu gleichzeitig auf, die gefühlte Einheit wechselt sprunghaft zur vollkommenen Zerrissenheit und Hilflosigkeit, bisweilen innerhalb von Minuten. Aber: Wer seine Pubertät als alleingebliebener Zwilling überstanden hat, der übersteht auch diesen Schritt und geht gestärkt mit einem ganz neuen Gefühl von Vollkommenheit weiter. – Und wer es vor seiner Pubertät erfährt: um so besser, ich denke, je früher man von seinem Zwilling erfährt, desto leichter ist es, ihn zu integrieren. Kinder bis ca. 5 / 6 Jahren erinnern sich bisweilen sogar noch an die Zeit im Mutterleib und können auf die Frage “Warst du dort allein?” absolut sicher antworten.

Literatur

Bücher (selbst gelesen):
Fachbuch: Der verlorene Zwilling: Wie ein vorgeburtlicher Verlust unser Leben prägen kann / Evelyne Steinemann
Roman: Du fehlst mir, du fehlst mir / Peter Pohl, Kinna Gieth
eBook: A Healing Path (alte kurze Version von 2005) / Althea Hayton (http://altheahayton.com/wren/ahealingpath.html)

Weitere Bücher:
Das Drama im Mutterleib – der verlorene Zwilling / Alfred R. u. Bettina Austermann
Ich habe meinen Zwilling verloren – Betroffene erzählen / Alfred R. u. Bettina Austermann
Gesucht: Mein verlorener Zwilling: Liebe und Tod am Beginn des Leben / Barbara Schlochow
A Healing Path for Womb Twin survivors in 30 steps / Althea Hayton (komplett überarbeitete neue Version 2012)
Womb Twin Survivors – The lost twin in the Dream of the Womb / Althea Hayton
Untwinned: Perspectives on the Death of a Twin Before Birth / Althea Hayton
A Silent Cry: Wombtwin Survivors Tell Their Stories / Althea Hayton

Ein paar Links:

http://alleingeborener-zwilling.de/

http://loominu.de/checkliste.php

http://www.ifosys.de/verlorener_zwilling.htm

http://www.tsewa.de/2012/01/18/tod-im-mutterleib-der-verlorene-zwilling/http://www.sein.de/archiv/2010/september/die-grosse-sehnsucht.html

http://altheahayton.com/wombtwin/

http://wombtwin.blogspot.de/

http://www.hildegard-ehgartner.at/fileadmin/user_upload/Hildegard_Ehgartner_Abschlussarbeit.pdf

http://www.mmwcoaching.ch/therapien/therapien/verlorener_zwilling.html

Foren:

http://www.evelynesteinemann.ch/wbb3/index.php

Video / Audio:
http://www.youtube.com/watch?v=KkP_1x7rnCc (DE Interview mit den Austermanns)
http://www.youtube.com/watch?v=_O1uYmQRD80 (EN Womb twin survivors in relationship / Althea Hayton)
http://heilsame-informationen.de/entspannung/haben-sie-geschwister/ (PodCast – Haben Sie Geschwister? Podcast zum Thema “Verlorener Zwilling”)

Montagszeilen

4. Februar 2013

Der Mensch ist
nicht konzipiert
für das Dauerhafte
Er wühlt und gräbt
nachts und heimlich
Klaut ein Stück
und isst es auf
wie Apfelkuchen

Der Mensch ist
nicht konzipiert
für Ewigkeiten

Warum ich heute gnatzig bin

28. Januar 2013

Guten Tag,

meine Name ist Frau Quadratmeter, und ich bin Mutter. Ich bin seit fast zwei Jahren zu Hause und möchte nun langsam wieder ins Berufsleben zurückkehren. Ich hatte vorher einen tollen Job in einer Stadt, in der wir nun nicht mehr wohnen, so dass für mich eine Rückkehr zu meinem alten Arbeitgeber ausgeschlossen ist. Ich muss mir also einen neuen Job suchen.

Sie finden, das ist gähnend langweilig und keinen verdammten Blogeintrag wert? Das fand ich eigentlich auch. Bis dass ich vor kurzem damit begann, mich mit der konkreten Umsetzung meiner an sich nicht besonders spektakulären Pläne zu beschäftigen.

Ich kann und möchte nicht mehr ganztags arbeiten. Also suche ich einen Job auf 20-25-Stundenbasis. Mir ist vollkommen klar, dass man mit der Stundenzahl kein großes Rad mehr drehen kann, aber das muss und will ich auch gar nicht. Mir ist ebenfalls vollkommen klar, dass ich in einer Steuerklasse landen werde, die mich schon jetzt wütend macht, aber sei’s drum; ich will ja erst mal überhaupt wieder zurück ins Berufsleben. Für erste Gespräche nutze ich meine leider etwas spärlichen Kontakte von Kontakten in der hiesigen Region und erhalte ernüchternde bis unverschämte Reaktionen:

“Das ist ja schon ein immenses Downgrading, in Teilzeit können Sie eine vergleichbare Position vergessen.”

“Das glaubt Ihnen doch kein Mensch, dass Sie keine vergleichbare Position mehr haben wollen.”

“Das wird sehr, sehr schwierig.”

“Da stelle ich lieber einen jungen Hüpfer ein, die sind noch formbar.”

“Tja, dann hätten Sie keine Kinder kriegen dürfen.”

Gut, dass wir darüber gesprochen haben.

Ich hake also die Kontakte der Kontakte ab und mache, was man halt so macht. Ich suche nach passenden Stellenausschreibungen bei den einschlägigen Portalen und in den Tageszeitungen. Auch Initiativbewerbungen finde ich vollkommen in Ordnung, denn ich stelle schnell fest, dass Teilzeitstellen ziemlich rar gesät sind. Ob ich mich auch beim Arbeitsamt als arbeitssuchend melden soll? Warum nicht? Aber halt! Das Arbeitsamt akzeptiert mich nur als arbeitssuchend, wenn ich für die von mir angestrebte Arbeitszeit auch eine Kinderbetreuung nachweisen kann. Ansonsten wollen die mit mir nichts zu tun haben, was per se auf Gegenseitigkeit beruht, aber nicht einer gewissen Komik entbehrt.

Wer Kinder unter 3 Jahren hat, kann diese in einer Krippe oder bei einer Tagesmutter betreuen lassen. Abgesehen davon, dass man erst mal eine Krippe oder eine Tagesmutter finden muss (alleine diese Suche inklusive der dazugehörigen “Vorstellungstermine” wären schon einen eigenen Blogeintrag wert), muss man auch den Bedarf nachweisen, sprich eine Bescheinigung des Arbeitgebers über die Arbeitszeiten in der Tasche haben. Ich habe aber doch noch gar keinen Arbeitgeber.

Merken Sie was?

Streng arbeitnehmerorientiert denkende Leser klinken sich an dieser Stelle bitte einfach kurz aus. Alle anderen stellen sich bitte kurz vor, dass ihnen eine Bewerberin gegenüber sitzt, die bei der Frage nach der Kinderbetreuung entweder lügt und danach jeden Abend den lieben Gott um Hilfe anfleht, bis ihre Knie bluten oder die mehr oder weniger überzeugend behauptet, dass sie das bis zum vertraglich vereinbarten Arbeitsbeginn schon regeln wird.

Ich bin in der unerfreulichen Lage, dass ich keine Familie in der Nähe habe, die ich mit unseren bezaubernden Kindern strapazieren könnte. Aber ich bin in der erfreulichen Lage, dass ich mich über all das notfalls noch so lange ärgern kann, bis dass unsere Kinder 3 Jahre alt und im Kindergarten sind. Ich frage mich nur, was mit denjenigen ist, die nicht so komfortabel und entspannt zu Hause am Küchentisch sitzen und eine Runde in ihrem Blog vor sich hin stänkern können.

Und kommen Sie mir jetzt nicht mit irgendeinem Rechtsanspruch ab August, mit dem Betreuungsgeld oder sonstigen Idiotien.

Heute etwas gnatzig,
Ihre Frau Quadratmeter

Frau Reimann beschließt zu schweigen

18. Januar 2013

Frau Reimann weiß nicht mehr genau, wann sie beschlossen hat, nicht mehr zu sprechen.

Irgendwann im Mai wachte sie eines Morgens auf, es war noch sehr früh, die Welt schlief tief und fest, der Mann lag wie ein Stein neben ihr, die Morgendämmerung und die Vögel waren die einzigen, die Frau Reimann sahen, wie sie leise aufstand, in ihre Filzpantoffeln schlüpfte und in die Küche ging, um sich einen Kaffee zu kochen. Frau Reimann öffnete den Küchenschrank, holte eine Tasse heraus, ging dann zum Kühlschrank, holte die Milch heraus, stellte die Kaffeemaschine an, schäumte die Milch auf, suchte eine Kaffeekapsel, einen Löffel, drei Stück Süßstoff. Als ob sich irgendwer für meine Figur interessiert. Wann war ich eigentlich zum letzten Mal in einem Schwimmbad? Meine Fingernägel sehen wieder schlimm aus, meine Hände auch. Alles so blass und wie alte Salatblätter. Letzte Woche kam ein Kunde in den Laden, der hatte ganz weiße Hände, dabei war er vielleicht Mitte 20, wenn überhaupt. Ob er wohl krank war? Oder blutarm? Ich habe erst gedacht, das sei Puder, aber seine Finger haben gar keine Spuren auf der Ware hinterlassen. Meine Gedanken plappern schon wieder. Da ist keine Ordnung drin, immer denke ich an die komischsten Sachen. Der Kaffee schmeckt heute irgendwie anders. Mama hatte noch eine normale Kaffeemaschine. Mit Kaffeefilter, da hat man oben einfach Wasser reingeschüttet und dann eingeschaltet. Und früher hatte sie einen Porzellanfilter und hat das Wasser auf dem Herd im Kessel erhitzt. Sie fehlt mir. Ihre Umarmung war die einzige, die ich ertragen habe. Ich will nicht, dass die Kinder mich umarmen, sie sind mir so fremd. Klaus schläft noch, das ist gut. Er sitzt dann wieder am Tisch und schmatzt beim Essen, ich könnte ihn jedes Mal schlagen, wenn ich das höre, es macht mich so wütend. Was bleibt von mir, wenn ich sterbe? Dann stehen alle da und tun so, als ob sie traurig sind und weinen und werfen Blumen. Das will ich nicht. Das ist so verlogen. Da habe ich vorgesorgt, um mich muss sich später keiner kümmern, keine Sorge. Ich kann doch erwarten, dass meine Kinder mich verstehen. Schämen muss man sich, die Nachbarn fragen immer schon, wieso sie nie zu Besuch kommen. Wir könnten das Haus verkaufen und umziehen. Dann sage ich einfach keinem, dass ich Kinder habe. Sie haben keinen Respekt vor ihren Eltern. Ich hätte das früher nie mit meinen Eltern gemacht, wir waren immer da, das gehört sich so. Ich sollte das alles aufschreiben. Frau Neugebauer findet das Verhalten auch unmöglich. Sich bei der eigenen Mutter nicht mehr zu melden. Wir haben alles getan. Ihr hattet alle Möglichkeiten. Wenn ich diese Chancen gehabt hätte, ich hätte was daraus gemacht. Aber wir hatten ja nichts. Manchmal glaube ich, dass ich ein angenommenes Kind bin. Meine Familie ist so anders als ich. Ob mein Bruder noch lebt? Und meine Schwägerin? Klaus hätte viel öfter was sagen müssen, immer musste ich das alles machen. Er war ja nie da. Die Müllabfuhr ist aber früh heute. Mein Gesicht spiegelt sich in der Vitrinentür. Ihr habt ja alle gar keine Ahnung. Der Hausarzt sagt, dass ich über eine Therapie nachdenken soll. Den jungen Leuten springe ich dreimal über den Kopf, die machen mir nichts vor. Die sagen mir nichts, was ich nicht eh schon weiß, die nicht. Ihr werdet mich alle noch mal suchen gehen. Die Wahrsagerin hat mir einen Mann prophezeit, der kommt von weit weg, mit einem Schiff. Früher sah ich aus wie Grace Kelly. Ich hätte jeden haben können. Klaus war so ehrgeizig. Ohne mich hätte er das alles nie geschafft. Ich mache das nur noch wegen dem Enkel. So ein unschuldiges kleines Kerlchen, der kann ja auch nichts dafür. Ich habe ihn nie geliebt, ich bin keine Affenmutter, dieses ständige Küssen und Drücken. Ich bin eine Freundin. Mit mir kann man über alles reden. Aber er schweigt ja immer nur. Weißt du noch, als ich dich bei den Nachbarn gelassen habe, da warst du eineinhalb. Du hast so geweint und geschrien, dass sie dich unter die kalte Dusche gestellt haben. Hysterisch warst du. Und immer diese roten Flecken überall, wenn du dich aufgeregt hast. Ich musste dich schieben, du wolltest nicht laufen. Alle dachten, ich habe ein behindertes Kind. Ich habe mich so geschämt. Du hast keine Freunde, die tun nur alle so, als ob sie dich gern haben. Du wirst mich noch mal suchen gehen. Nur weil dein Vater nichts sagt, heißt das nicht, dass er das anders sieht. Der sieht das alles ganz genau so. Wenn ich nicht wäre, der wäre mit euch schon lange fertig. Kein Respekt. Ich hatte meine Mutter immer lieb, ich hätte alles für sie getan. Das macht man so als Kind, so gehört sich das doch. Meine Kinder sind Monster. Klaus schläft immer noch. Ich bin froh, dass wir uns nicht küssen, er riecht so komisch aus dem Mund. Ich muss heute Milch und Wasser kaufen. Ob mir der Rücken weh tut, interessiert keinen. Ich wäre besser alleine geblieben und viel gereist. Mein Chef hat meine Kündigung damals so bedauert. Ich hätte ins Ausland gehen können. Ich habe mir alles aus eigener Kraft erarbeitet, mir wurde nichts geschenkt. Meine Mutter war so ein einfacher Mensch, mit allem überfordert. Und Papa hat meine Kinderbibel weggeworfen, als ich weg war. Und meine Puppe. Klaus soll den Kindern schreiben, ich mache das nicht mehr. Das Paket adressiere ich nur an den Enkel, die Karte auch. Er hat lange genug nichts gesagt, es sind auch seine Kinder. Ich muss in den Keller. Da ist irgendwo die Kiste mit dem alten Tagebuch, dann kann ich alles aufschreiben, nur für mich, so wie damals. Klaus wird wach. Ich tue so als ob ich nichts höre. Ich will nicht mit ihm reden. Soll er doch reden. Er sagt ja nie was, das ist ja auch viel bequemer. Ihr werdet mich alle noch mal suchen gehen.

Der Lesende

2. Januar 2013
tags:

Der Lesende

Ich las schon lang. Seit dieser Nachmittag,
mit Regen rauschend, an den Fenstern lag.
Vom Winde draußen hörte ich nichts mehr:
mein Buch war schwer.
Ich sah ihm in die Blätter wie in Mienen,
die dunkel werden von Nachdenklichkeit,
und um mein Lesen staute sich die Zeit. -
Auf einmal sind die Seiten überschienen,
und statt der bangen Wortverworrenheit
steht: Abend, Abend… überall auf ihnen.
Ich schau noch nicht hinaus, und doch zerreißen
die langen Zeilen, und die Worte rollen
von ihren Fäden fort, wohin sie wollen…
Da weiß ich es: über den übervollen
glänzenden Gärten sind die Himmel weit;
die Sonne hat noch einmal kommen sollen. -
Und jetzt wird Sommernacht, soweit man sieht:
zu wenig Gruppen stellt sich das Verstreute,
dunkel, auf langen Wegen, gehn die Leute,
und seltsam weit, als ob es mehr bedeute,
hört man das Wenige, das noch geschieht.

Und wenn ich jetzt vom Buch die Augen hebe,
wird nichts befremdlich sein und alles groß.
Dort draußen ist, was ich hier drinnen lebe,
und hier und dort ist alles grenzenlos;
nur daß ich mich noch mehr damit verwebe,
wenn meine Blicke an die Dinge passen
und an die ernste Einfachheit der Massen, -
da wächst die Erde über sich hinaus.
Den ganzen Himmel scheint sie zu umfassen:
der erste Stern ist wie das letzte Haus.

(Rainer Maria Rilke)

OhmeinGottWerbungdasmöchteichkeinesfallslesen!

7. Dezember 2012

Ich bin ja ein bisschen altmodisch.Deshalb ist und bleibt dieses Blog auch werbefrei, keine Banner, keine gekauften Rezensionen, nix. Aber heute muss ich mal eine Ausnahme machen. Ich tue es freiwillig, ohne dass der glückliche Beworbene davon etwas weiß und ohne dass ich dazu aufgefordert wurde oder gar etwas dafür bekomme.

Wer keine eigenen kleinen Kinder hat, wer keine kleinen Nichten oder Neffen beschenken muss und wer Werbung doof findet, möge bitte JETZT aufhören, weiter zu lesen. Allen anderen möchte ich gerne einen kleinen, aber feinen Internetshop mit Kinderspielzeug ans Herz legen.

Für meine weibliche Leserschaft kann ich das Ganze eigentlich wie folgt zusammenfassen: die Seite ist einfach nur HAAAAAAAACH.

Für meine männliche Leserschaft und hormonell extrem ausgeglichene Frauen geht es aber natürlich auch etwas sachlicher und fundierter:

Seitdem wir Kinder haben, geht mir das ganze Bling-Bling-Plastikzeug gehörig auf die Nerven. Natürlich fliegen auch hier die obligatorischen Telefone mit 10 Melodien und 5 Klingeltönen und sprechende Traktoren, Busse und Feuerwehrautos rum, aber so wirklich toll finde ich viele Sachen nicht. Die Verarbeitung ist oft mäßig, die Optik etwas lieblos – und wirklich preiswert sind die Sachen ja oft auch nicht.

Die von mir angesprochene Seite (die ich fieserweise immer noch nicht verlinkt habe, um Sie alle dazu zu zwingen, meinen Text komplett zu lesen) bietet zur Abwechslung mal Spielzeug an, das nicht bei jedem großen Online-Versandhaus zu finden ist und das von unseren beiden sehr gewissenhaften Testerinnen als ausnahmslos spannend und strapazierfähig bewertet worden ist.

Wer also auf der Suche nach schönem Spielzeug ist, das nicht so ganz von der Stange ist, sollte sich hier vielleicht mal umschauen: www.schoene-spielsachen.de.

Und jetzt entschuldigen Sie mich bitte, ich muss in einer sehr rosafarbenen Küche ein Holzspiegelei wenden helfen.

In diesem Sinne,
Ihre Frau Quadratmeter

Allerbeste Freunde

24. Oktober 2012

“Du, Paul?”
“Mhm?”
“Meinst du, dass es einen Himmel gibt?”
“Ich schätze schon. Oma ist da. Und unser Hund auch.”
“Mama sagt, meine Tante kommt da bestimmt nicht hin, weil sie immer so kackig zu Onkel Klaus ist.”
“Wo soll sie denn sonst hin?”
“Keine Ahnung. Vielleicht stirbt sie ja einfach nicht.”
“Mhm.”
“Ob’s im Himmel sehr voll ist? Ich meine, wie finden sich die Leute denn da alle wieder? Der Himmel ist ja groß.”
“Ich schätze, die haben da einen Treffpunkt. So wie im Zoo letztens.”
“Und die ganzen Tiere, rennen die dann da alle frei rum?”
“Die sind alle durchsichtig. Da kann man durch den anderen einfach durchfliegen.”
“Cool!”
“Wieso willst du das denn alles wissen? Das dauert doch noch ewig.”
“Ja… Aber wenn wir dann alt sind, da ist es doch gut, wenn man Bescheid weiss vorher.”
“Du meinst so alt wie Papa?”
“Ja. Oder Opa. Mama sagt, alle sterben irgendwann.”
“Meinst du, die können uns von da oben sehen? Auch auf dem Klo oder nachts?”
“Klar. Die passen auf, dass uns nix passiert.”
“So wie letztens mit dem Fahrradunfall.”
“Jo.”

“Du, Paul?”
“Mhm.”
“Sind wir dann noch allerbeste Freunde, wenn wir tot sind?”
“Klar!”
“Und wenn wir dann alt sind, also 40 oder so, dann müssen wir uns verabreden, wo wir uns da treffen.”
“Aber wir waren ja noch nie da.”
“Vielleicht kann man da oben ja SMS schreiben.”
“Nee, wir sind ja dann alle durchsichtig.”
“Dann treffen wir uns bei meiner Oma. Zum Apfelkuchen. Die finden wir auf jeden Fall.”
“Mit Sahne?”
“Klar!”
“Cool!”

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Schließe dich 7.281 Followern an

%d Bloggern gefällt das: