Liebe Mitmütter, wir müssen mal reden!
Liebe Mitmütter,
wir müssen mal reden.
Als ich eurem Verein vor über einem Jahr beigetreten bin, hatte ich ja so meine Vorbehalte und Befürchtungen. Euer Image ist nicht ganz unproblematisch, aber ich hatte mir fest vorgenommen, einigermaßen unvoreingenommen an die Angelegenheit heranzugehen. Auf Außenstehende wirken Dinge manchmal ja etwas anders als sie dann tatsächlich sind.
Aber ich muss leider feststellen: ihr seid fast alle genau so furchtbar wie ich es vorher befürchtet hatte. Die wenigen Ausnahmen sind statistisch leider unbedeutend, sozusagen nicht existent, gnadenlos werden sie von den Horden der furchtbaren Mütter niedergemäht.
Lassen wir die Sache mit der Namenswahl der Kinder mal außen vor. Das ist ein Thema für sich, und ich unterstelle mal, dass die Väter eine gehörige Mitschuld an der Kevin-Pascal-Jaqueline-Chantal-Misere dieser Welt tragen. Wir können von mir aus auch die ersten sechs Lebensmonate eurer Kinder als Karenzzeit anrechnen. Eingewöhnung und Hormone, ist ja auch alles nicht so einfach. Und da Babys ohne Handbuch ausgeliefert werden, wart ihr zu Beginn auch sehr damit beschäftigt, euch mit Wickeltechniken, Ernährung, richtiger Bekleidung in allen Wetterlagen, endlosen Schreiattacken bei Tag und bei Nacht, der Interpretation von Windelinhalten und aufdringlichen Großeltern und Tanten auseinanderzusetzen. Richtig und bedauerlich ist sicher auch der Umstand, dass ihr ab der Geburt eures Kindes erst einmal nicht als eigenständiger Mensch wahrgenommen werdet. Kaum jemand will wirklich wissen, wer ihr seid, wie es euch geht oder ob ihr ein Leben vor eurem Kind hattet.
Aber irgendwann ist es dann doch auch mal gut!
Eure Kinder sind wirklich niedlich (und wenn nicht, muss man es euch ja nicht sagen, vieles verwächst sich im Laufe der Zeit), aber die Menschheit möchte deshalb trotzdem nicht bei jedem Besuch 120 neue Fotos und 20 verwackelte Videos sehen. Auch allzu detaillierte Schilderungen von Ess- und Entleerungsverhalten sind bestenfalls langweilig. Kleinkinder sind Ferkel. Punkt.
Wenn ihr euch über den inkompetenten Kinderarzt aufregen wollt, weil er nie die Diagnosen stellt, die ihr vorher schon in diversen Mama-Foren herbeidiskutiert habt, könnte es daran liegen, dass der Mann täglich und seit vielen Jahren nur Kinder sieht. Und dass er deswegen vielleicht einfach die Erfahrung und Gelassenheit mitbringt, die euch manchmal fehlt.
Euer Kind braucht mit 9 Monaten keinen Englischkurs und keine Frühförderung. Frühförderung war übrigens ursprünglich für Kinder mit Beeinträchtigungen oder Entwicklungsverzögerungen vorgesehen. Euer Kind wäre vermutlich furchtbar dankbar, wenn es einen regelmäßigen Tagesablauf hat, in Ruhe seinen Mittagsschlaf halten darf, von euch mit Liebe überschüttet wird und ansonsten in aller Seelenruhe im Matsch nach Regenwürmern pulen, eine Küchenschublade ausräumen oder mit der Plastikschaufel das Blumenbeet ruinieren darf. Dass euer Kind noch nicht reden kann, ist oft lästig, weil ihr erraten müsst, was es eigentlich möchte. Trotzdem müsst ihr es nicht in einen Baby-Gebärdenkurs schleppen. Und es muss auch nicht mit esoterischer Flötenmusik seine innere Mitte finden.
Lest zwischendurch mal eine Zeitung oder ein Buch oder guckt die Nachrichten. Das hat den immensen Vorteil, dass man sich mit euch auch als kinderloser Mensch noch einigermaßen brauchbar unterhalten kann.
Verschont andere Menschen mit eurer Besserwisserei. Wenn euer Kind das Ei nur isst, weil ihr es mit indischem Quellwasser genau 7,453 Minuten in einem Glasgefäß erhitzt, ist das schön. 6,954 Minuten mit deutschem Leitungswasser in einem Aluminiumtopf funktionieren aber auch.
Wenn ihr die ersten 5 Jahre zu Hause bleiben wollt, prima. Wenn andere Mütter aber nach einem Jahr wieder arbeiten gehen, ist das deren Sache. Sie werden euch schon sagen, wenn sie eure Meinung dazu hören möchten.
Ihr seid so unerbittlich unfehlbar; niemand zieht so missbilligend die Augenbrauen hoch wie ihr, wenn andere, in euren Augen unfähige Mütter von ihren Erfahrungen berichten. Das sieht unvorteilhaft aus und macht hässliche Falten.
Und: hört auf zu lügen. Einige von euch haben traumhafte Kinder, die immer ein- und durchschlafen, nie Trotzanfälle haben, alles essen, mit 9 Monaten schon trocken sind, mit 15 Monaten morgens alleine zum Bäcker gehen und die voll-kommen! problemlos sind. Ich kann diese Sätze alle nicht mehr hören.
Ich schreibe euch das alles aus sehr eigennützigen Motiven. Mir graut davor, euch in Kindergärten und Schulen, auf Spielplätzen und Kindergeburtstagen begegnen zu müssen. Und ich möchte mit euch nicht in einen Topf geschmissen werden. Hört bitte endlich damit auf, mich zu nerven, sonst lasse ich mich in alle Elternbeiräte wählen, derer ich habhaft werden kann, nur um euch zu ärgern.
In diesem Sinne,
Eure Frau Quadratmeter

Furchtbar, so furchtbar! Und leider ändert sich im Laufe der Jahre herzlich wenig daran. Ich habe die Rebellen-Rolle irgendwann angenommen und lebe sie fast konsequent aus. Mein Mittelfinger ist mir heilig!! Inzwischen amüsiere ich mich schon mit meinen Kindern über andere Mütter, die es permanent übertreiben. Und ich weiss: Am Ende bin ICH diejenige mit einem Leben. Die vertrockneten Ubermütter nicht.
In diesem Sinne: Mut zur mütterlichen Lücke & Spaß dabei! Auch und gerade für das Wohl der Kinder!
nette Grüsse!
… der heilige Mittelfinger – göttlich
Darf ich bei Gelegenheit zitieren?
WUN-DER-VOLL.
Ich kann dem nichts hinzufügen. Bin noch keine Mutter, mir graut aber bereits jetzt davor (nicht vor dem Muttersein, sondern vor genau diesen Mitmüttern, die du da beschreibst). Danke.
Für mehr entspannte Frauen, die auch (und nicht ausschließlich) Mütter sind.
Reblogged this on Salirride's SpottBlog.
Hahaha großartig. Ich bin zwar Papa und bei Kind No3 aber ich habe es genau so erlebt wie geschildert. Zur Zeit nenne ich meinen 5 Monate alten Sohn “Pickelfresse” und ernte böse Blicke von den 24 Hautkontakt Mütter. Gut so, bleibt mir weg mit eurem Scheiß mit eurem PEKIP und Ernährungsplänen.
Der Kleine war letzte Woche mit uns wandern und vorgestern IM FREIBAD! IN DER SONNE und es war saukalt und windig. ABer für die Bretagne muss er schon mal üben.
Das Problem sind die zu alten Mütter, zu “intelligente” Mütter , die sich alles “erlesen” oder “per Podcast” “erarbeitet” haben. Grausam. Heidelberg ist nicht weit weg!
Die Entschuldigungen klingen dementsprechend. “ich weiß nicht warum das Kind schreit, es dürfte laut Buch erst wieder in 2 Stunden Hunger haben, ich kann da nichts für. Hören Sie mal ich bin diplomierte Pädagogin”
http://mutterbrett.blogspot.de/ kann ich empfehlen. Allerdings etwas ungepfllg..ich muss da mal ein Machtwort reden!
Herrlisch!
Es fängt damit an, dass “diese” Mütter sich schon in der Schwangerschaft die Spieluhr auf den Bauch legen, mit der sie später ihr Kleinkind in den Schlaf terrorisieren. Rückbildungsgymnastik bitte nur mit biologisch-dynamischer Kinderbetreuung und Mondmusik.
Wenn “diese” Mütter Oma werden, terrorisieren sie im Pilateskurs für Ältere die anderen Frauen damit, was ihre Kinder an ihren Enkeln alles falsch machen.
Zwischendurch hab ich viele “dieser” Mütter als Eltern in meinen Karatekursen, dort sollen die Kinder einen Kurs bekommen, der energetisch auf ihr Immunsystem einwirkt, die weibliche Seite (bei Jungs) und die männliche Seite (bei Mädchen) aufdeckt und wehe, sie haben nach 2 Monaten nicht dort ihre “innere Mitte” gefunden.
Ich bin Mutter zweier inzwischen erwachsener Töchter, die tobend und im Matsch spielend mit glücklichen Tieren groß geworden sind. Diese beiden (natürlich hübschen *g*) Wesen haben “diese Art” von Müttern immer “Ganztagsmütter” genannt! (Und ja, es war ein Schimpfwort.)
Das wirklich Traurige der Angelegenheit ist ja, dass das jetzt nicht mehr aufhört, bis Sie den Löffel abgegeben haben: Aus den Gesprächen über Förderunterricht werden Angebereien über das tolle Erstklasszeugnis und die problemlose Bewältigung der Pubertät, über den sagenhaften Diplomabschluss und das Zweitstudium. Und wenn Sie das alles hinter sich gebracht haben werden, dann, liebe Frau Quadratmeter, dann drehen diese Leute ihre Schallplatte einfach um (wenn Sie wissen, was das ist und was ich meine
und spielen die zweite Rille ab: “Also meine Enkelin, die ist ein sooo problemloses Kind, das glauben Sie gar nicht. Also die schläft ja schon nach 3 Wochen durch!”
Ich mag Karl Lagerfeld nicht. Aber in einem Punkt zolle ich ihm Respekt. Wenn sich auf seinen Partys jemand über das Wetter oder Kinder unterhält, sagt er, wird der nie wieder eingeladen.
Absolut fantastisch und treffend geschrieben! DANKE! (und ich bewege mich seit fast elf Jahren in diesem Verein und wünsche Ihnen von Herzen viel Spass und Gelassenheit bei der weiteren “Vereinsarbeit”)
Allerbeste Grüsse von
Frau Süd
Reblogged this on DUNKELROT Blog und kommentierte:
FANTASTISCH. ALLE MEINE BEFÜRCHTUNGEN auf einen Haufen aufgeschrieben. LOVE IT.
Amen!
Ja, vielen vielen Dank, das ist aus der Seele gesprochen. Das Problem ist nur: DIE, die es lesen müssten, lesen es ja nicht! Es sagt ihnen ja auch Keiner! Dennoch bin ich optimistisch, dass sich irgendwann die “normalen” Mütter mit allen Ecken und Kanten des Lebens durchsetzen und dass die Kinder einfach nur Kinder sein dürfen ohne Osteopath im Säuglingsalter, ohne Aloe-Vera-Babybett-Matraze und ohne Mutter-Kind-Gymnastik. Es gilt die alte Regel: Jeder an seinem Platz sollte dazu was beitragen. Als 7fache Oma ist mir das scheinbar ganz gut gelungen bisher. Nur Mut!
WORD!
Vielen Dank hierfür! Auch ich habe das so erlebt und erlebe es leider immer noch. Meine Tochter ist inzwischen beinahe 15 und es ist richtig: Die anderen Mütter werden nicht besser!
Both thumbs up!
Ich bin ja auch werdende Mutter – und vor genau diesen Ubermuttern graut’s mir so dermaßen…
Aber meine Mittelfinger sind bereits trainiert
keine angst vor übermüttern ! die hälfte von dem was sie erzählen sind wunschträume.
Genial.
Habe die Geschichte mit den Elternbeirat schon probiert. Ein Gaudi die Ideen dieser Mütter anders zu interpretieren und mit ihren ach so bravem Kindern vor der Kita Schlammschlachten in Pfützen anzuzetteln. Die Filmaufnahmen kamen bei der Veranstaltung der Großeltern toll an.
Einfach mal gegensteuern.
Weiter solche Texte.
Und jede Mutter die das liest denkt so: “Aber ich bin die Ausnahme, ICH bin nicht so.” denn das fatale an der Problematik ist, dass Betroffene ihre mutterschaftspathologischen Seltsamkeiten selber nicht wahrnehmen. Aber ich bin anders. Natürlich.
!
Sehr schöner Rant!
Allein schon die Formulierung “problemlos” bei einem Kind anzuwenden, ist derart menschenverachtend. Als wären Menschen, die sich individuell entwickeln, ein Problem.
Bin ich hier die Einzige, die diesen Artikel heillos übertrieben und irgendwie unsinnig findet? Ich bin auch Mutter und habe in den letzten zwei Jahren extrem viele andere Mütter kennengelernt.
Diese, “mein Kind schläft schon immer durch-kann schon ewig laufen-isst einfach alles-vollkommen Problemlos-Mütter” gibt es doch nur im Mythos! Durch die Bank weg haben wir ALLE meist sogar die gleichen Probleme, lieben es auch mal einfach auf der Blumenwiese einen Capuchino zu trinken und über absolut kinderferne Themen zu quatschen, auch wenn dabei unsere ach-so-behüteten Kindlein neben uns im Sandkasten ein paar Hände voll Dreck essen.
Wenn ich mich übrigens meinerseits mit meinen kinderlosen Freundinnen treffe, dann haben die sich gefälligst auch mal kurz meine “Hilfe mein Kind macht dies oder das”-Geschichten anzuhören! Ich lausche ja schließlich auch ihren, für mich mehr oder weniger interessanten, Storys über Berufspleiten und Männerchaos.
Ich finde auch Müttern muss man eine Chance geben… werden wir doch sowieso schon von Staat und Werbung zugemüllt, irritiert und in die Enge getrieben. Von allen Seiten werden Forderungen an uns gestellt, ein Knochenjob, der von unserer Gesellschaft kaum geachtet wird, kein Wunder, dass die ein oder andere bei Angriffen schon mal die Löwenmami markiert und zurück beisst
leider,leider sind diese übermütter alles andere als ein mythos! ich erlebe regelmäßig, wenn ich mit meiner enkelin im stadtpark spiele dutzende davon ! die übertreffen sich gegenseitig mit fähigkeiten die kinder in einen gewissen alter noch gar nicht haben können ! das fängt beim * auf’s töpfchen gehen* an und endet längst nicht mit * mein kind spricht aber schon dies und jenes * …….
… Achtung, Opferrolle! Nicht die böse Gesellschaft ist Schuld, sondern die Mamis, weil sie sich in diese Rolle drängen lassen … sagt die erfahrene Mutter und Familienberaterin, deren Kind sich schon das eine oder andere Schimpfwort erarbeitet hat …
Apropos: Wie wäre es eigentlich mal mit Frühförderung in Sachen Putzen, Kochen, Zimmer aufräumen? Wenn die Kurzen groß sind und Professoren werden UND sich eine Mutter aus dem Ausland ordern müssen, weil sie sich die Schuhe nicht alleine binden können, und hinter einer Ländergrenze ein anderes Kind zugrunde geht – z. B. im ehemaligen Ostblock ist das derzeit leider viel zu oft der Fall – wäre das ja genauso kontraproduktiv.
Wunderbar und treffend! Danke für diesen Beitrag.
Wie bedauerlich nur, dass sich offensichtlich in den letzten 20 Jahren nichts geändert hat.
Auch schon damals, im Säuglings- und Kleinkindalter meiner Tochter, hatte ich ebenfalls solche Begegnungen.
Und ich befürchte, es ist noch schlimmer geworden und meine Nachbarin, die ihren 11jährigen Sohn morgendlich gegen 4 Uhr weckte, damit er vor der Schule Cello üben konnte/sollte/musste, hat sicher Nachfolgerinnen gefunden.
Arme Kinder.
Liebe Fr. Quadratmeter,
das haben sie wunderbar auf den Punkt gebracht. Ich erlebe gerade so eine Mutter live und in erster Nähe und übe mich in Bauchatmung, weil ich ihr nichts sagen darf, wenn sie ihre Babys von Pekip, zu Babyschwimmen, zu Babymassage und Co schleppt.
Auf der anderen Seite bin ich einen großen Schritt weiter und sitze, die anderen ärgernd in Elternvertretungen… aber ehrlich, das ist nicht zur Nachahmung zu empfehelen, denn die anderen sitzen da auch UND: Sie sind in der Mehrzahl!
Aus meiner, mittlerweile 19jährigen Erfahrung mit den anderen Müttern bleibt nur eines, freundlich lächeln und winken.
Herzliche Grüsse
)
Angela (früher Fr. Multiples
Ganz großartig auf den Punkt gebracht Frau Quadratmeter, herrlich!
Prima auf den Punkt gebracht … später kommen dann noch die “Soccermums” dazu ..:-)
Es wird nicht besser. Nie.
Sehr geil und leider sehr wahr, das muss ich als ehemaliger Alleinerziehender anerkennen. Sie ahnen, wie viel Besserwisserei und Übermotivation in Sachen “hilfreicher Tipps” mir schon unterkamen. Freuen Sie sich jetzt schon auf die Mütter der Schulkinder, die Ihnen in Sachen “das sollte man so und so handhaben” und “bringen Sie sich beim Schulfest doch auch endlich mal in die Bewirtung ein” sicher auch sehr viel zurechtzuweisen haben werden. Mein Beileid hier schon jetzt.
Sehr schön!
Interessant finde ich auch diejenigen Mütter, die zur Ehrenrettung aller Mütter angesprungen kommen, wenn man es wagt, als kinderlose Person eine einzige zu kritisieren. Völlig egal, ob diese Mutter ihr Kind heillos überfordert, zur völligen Lebensunfähigkeit erzieht oder psychisch zum Krüppel macht, wenn man selbst keine Kinder hat, soll man gefälligst die Fresse halten.
Greift man eine an (egal wie gerechtfertigt), greift man ja alle an.
Wenn mir abgesprochen wurde, mich dazu qualifiziert äußern zu können, habe ich sehr gerne lächelnd zitiert:
“Man muss keinen “pas de deux” tanzen können, um etwas vom Ballett zu verstehen.”
Boah ja!!
Ich bin auch keine Mutter, aber ich habe einen gesunden Menschenverstand. Wenn ich mir auf die Zunge beißen soll, weil ich ja eh keine Ahnung habe – “bekomm Du erstmal selbst ein Kind…!” dann könnte ich im Kreis kotzen.
GRAN-DI-OS!!
Du sprichst mir geradezu aus der Seele. Ich erlebe genau dieses Verhalten tagtäglich im Kindergarten und bekomme jedesmal kalte Schauer und Brechreiz, wenn eines der Kinder zu einem Geburtstag eingeladen wird und ich damit auch noch eine Einblick in das “ach so tolle” Leben dieser Übermuttis bekommen muß…
Ich sage nochmal: Grandios!
Genauso isses. Grüße von Tine, Hungerpipilangeweile
Herrlich; weiter so! ;o)
Ja, ja und ja! Vielen herzlichen Dank für diese fast komplette Bild (das Thema “Hochbegabung” gäbe noch einiges her, wie auh die Verwendung des Kinderwagens als Waffe)!!! Großes Kino!
An Frau Anna u a Mias Mama: einfache Antwort: ja, vermutlich sind Sie die Einzige.
sehr gut in Worte gefasst, was mich schon seit Beginn meiner 1. Schwangerschaft vor über 20 Jahren zur Weißglut brachte.
Ich bin mit über 30 Jahren sog. Spätgebährende gewesen. Ich habe keine Krabbelstunde, kein Babyschwimmen, -massage, – gymnastik oder sonst irgendetwas mitgemacht was bis heute ja nur dazu dient eine Mutter so zu verunsichern, daß sie sich nicht mehr auf ihr eigenes Bauchgefühl verlassen kann.
Warte nur ab was dich in der Kindergartenzeit und später in der Schule erwartet! Da sind noch Steigerungen drin!
Ich habe aus reinem Selbstschutz eine große Mauer gebaut und die Kontakte zu Müttern die kein anderes Thema mehr haben außer Kinder, Schule und ev. noch Ferienerlebnisse auf’s Minnimum reduziert. Man sagt *hallo*, lächelt und das wars dann.
LG Nine
…. und das schlimme daran ist , dass dieser wahnsinn künftig sogar noch staatlich gefördert und gefordert wird ! meine enkelin konnte mit 2,5 jahren noch nicht freihändig einen geraden strich ziehen und bausteine fehlerlos aufeinander stapeln , man hat meiner tochter für ihr kind die frühförderung nicht vorgeschlagen sondern verordnet , jetzt ,mit vier jahren soll sie zur logopädie weil sie bei einigen wörten noch einzelne buchstaben verschluckt! ….. wir habe das alles nicht gekannt , weder kita noch irgendwelche frühförderungen und ähnliches ! ich habe vier kinder ,mittlerweile 37 31 30 und 21. wir waren und sind immer noch eine recht chaotische bande ! ich erinnere mich immer noch an zig klagen aus der schule oder von anderen müttern : ” frau … ihr sohn hat schon wieder ……” kinder brauchen regeln , unbestritten , doch sie brauchen auch freiraum um sich entwickeln zu können und keine vereinsmeierei ! * sportverein , musikschule, ballett etc.*
es gibt keine perfekten kinder und auch keine perfekten mütter ausser , wenn man ihr glauben darf , eine frau van der leyen , die alles 100% im griff hat !
….
Ich würde das ja gerne unterschreiben, weil ich auch eine Menge dieser Übermütter kenne, aber ich kenne noch mehr ganz normale Mütter, bei denen es drunter und drüber geht, wie es eben mit einem Kind so geht….manche Mütter machen zuviel mit oder für ihre Kinder, das ist eine Entwicklung, die wohl nicht mehr zu stoppen ist…aber solange das Kind happy ist, sehe ich nichts falsches dran. Nicht akzeptabel ist ein Kleinkind, das jede Woche heulend zum Ballet geschickt wird, wenn es dem Kind Spaß macht und die Mutter gerne drüber redet, na und? Ich muss ja nicht zuhören und wenn die Mutter nicht nur gerne drüber redet, sondern über nichts anderes mehr reden kann, dann muss ich sie ja nicht treffen oder die Unterhaltung mit ihr suchen…bei der Menge an Müttern, die es gibt, findet man bestimmt eine oder zwei, die die gleiche Einstellung haben….
Einfach nur klasse!!
unterschreib ich
wort für wort
Ich kenne keine dieser “Übermütter” nicht eine. Ich lese von der Existenz solcher nur im Internet. Ich kenne auch eine Reihe Blogs in denen man meinen könnte, dass es eine ganze Horde von diesen Übermüttern geben muss. Aber, ehrlich, das glaubt doch keiner!
) die alle, ja jede einzelne, das aller-aller-beste für ihren Zögling wollen und denen kein Weg zu weit wäre um das, was sie als “das Beste” ansehen ihrem Kind zu ermöglichen. Was auch immer es sein möge.
Früher, als ich Kind war, hieß es “Papier ist geduldig” und so ist auch das Textfeld eines Blogeintrags. NEIN, um Himmelswillen, ich sage nicht, dass diese Superblogmamas lügen. Aber ich denke, sie verklären. Und nur weil frau/man diese Blogs liest, heißt das nicht, dass frau/man diese Person kennt.
Ich kenne dafür eine ganze Reihe Mütter aus Spielgruppen, von Spielplätzen und aus dem Kindergarten, (also ganz reale Mamas, so zum Anfassen mit richtigen Namen und Kindern mit Vorderseiten der Köpfe
Wenn nun eine Mama immer nur von den watteweichenfluffpuffseiten des Alltags schreibt, dann lass ich mir da keinen Bären aufbinden. Auch ihr Kind trotz und sagt ihr, so sie zur “Frühförderung” geht “ich mag heute nicht, ich möchte liiiiiieber zu Hause bleiben (und mit DIR spielen)!” und auch dieses Kind wird Abends mal Party machen. So sind alle Kinder
Ich geh weder als Übermama noch als Mittelfingermama durchs Leben. Ich will dennoch nur das Beste.
Das hier ist kein Ring in dem wir gegeneinander spielen!
Life is fucking short!
Hört auf zu nölen, klappt das Notebook zu, macht den Rechner aus. Geht zu euren Kindern und verbringt Zeit mit ihnen. Jede Minute, die es gekostet hat sich über andere Mamas aufzuregen ist Verschwendung. Jede gibt ihr Bestes. Leben und leben lassen.
!
DANKE!!!!
+1 wundervoll geschrieben!
Sehr gelungener Artikel. Ich empfehle als Lektüre “Lassen sie mich durch, ich bin Mutter” von Anja Maier oder “Überleben an der Wickelfront” von Dieter Bednarz, falls weitere Kinder in frage kommen
Fazit: Solidarisiert euch! Lebt euer Leben mit Kindern! Und lebt euren Kindern vor, wie ihr es euch für sie wünscht – nur so können sie lernen. No more Frühförderung, der Markt ist viel zu unorganisiert UND zu teuer für so ein sensibles Feld. – Gegenfrage: Wie sähe es ohne das Wohlstandproblem Frühförderung-auf-Teufel-komm-raus-aus? Und warum können wir uns das überhaupt leisten?
Reblogged this on Port Bunghulescu und kommentierte:
Da schreibt mal jemand sehr laut die Wahrheit. Mein Fazit: Wir haben ein Wohlstandsproblem. Müssten wir aufs Feld, damit alle satt werden, sähe die Frühförderung so aus, dass das Kind erst die Küken, dann die Gänse und später die Kühe hüten muss, ohne dass wir nach dem pädagogischen Wert fragen können, weil es wichtigere Probleme gäbe! Und dann gäbe es auch keine nervenden Frühförder-Übereltern – Väter können übrigens auch furchtbar nerven -, deren Kinder sich in der ersten Klasse die Schuhe noch nicht binden können. Trotz feinmotorischer Frühförderung …
Crazy! Da hat Frau Quadratmeter den Nagel auf dem Kopf getroffen!
Gruselig, weil ich als Tante grausam viele Fotos & Videos meiner Nichte mache. Wenigsten dränge ich diese nicht stets unaufgefordert auf.
Die Mütter-Welt ist doch arg zerklüftet. Ich kenne welche, die alles nach Ratgeber machen, sich am Tag der Geburt den sechsmonatigen “Geburtstag” ausrechnen, um mit dem Brei zu beginnen, bei denen das Kind alles nach Stichtag können soll und die ihr Kind auf den Top setzen, bevor es überhaupt sitzen kann. Ich gehöre zu denen, die im ersten Lebensjahr des Kindes den ein oder anderen Kurs mitgemacht hat – um rauszukommen, andere Mamas kennenzulernen und ja, auch um ggf. dem Kind etwas Gutes zu tun. Ich habe auch mal in den ein oder anderen Ratgeber geguckt, als es ums Thema Impfen ging oder ums Thema Zufüttern. Ich hatte nämlich tatsächlich keinerlei lebenspraktische Erfahrung mit kleinen Kindern und dennoch den Gedanken: Bild dir deine Meinung! Wie dem auch sei, mittlerweile darf ich wieder arbeiten, mein Kind trotzdem liebhaben, mich in meiner Freizeit wieder sehr gern mit anderen Mamas zum Austausch treffen, aber auch mal zum Tanz gehen. Und ja, wenn der Windelinhalt des Kindes stinkt und schleimig ist und täglich mehr wird, befrage ich dazu auch mal die dreifache Mutter von nebenan, die mir bestätigt, dass das beim Zahnen durchaus im Bereich des Normalen liegt, anstatt dass ich zum Arzt renne, wo ich als hysterisch angesehen werde, was im nächsten Kinderarztblog auch wieder herrlich schräg kommentiert werden dürfte. Aber Gedanken wird frau sich ja noch machen dürfen…
In diesem Sinne: Such dir einen neuen Freundeskreis und gut ist
Lach genauso ist es:-) Ich gehöre zu den ganz wenigen Ausnahmen, einfach weil ich zwei Babys auf einen Schlag hatte und einfach mal froh wenn Rughe war und ich nicht reden musste
Wie wahr, es gibt sie aber doch, die normalen Mama’s.! Man muß nur genau hingucken. Und sich in Acht nehmen, vor denen aus dem Mamaversum. Vor solchen, die zur Mütterpolizei gehören, geht man lieber auf Abstand. Dann hat man auch ein entspanntes Leben und Freundinnen, die Mama sind und auch solche, die Nichtmama sind. Letztlich liegt es ja auch an einem selbst, ob man in der Lage ist, die anderen so sein zu lassen, wie sie eben sind.
Hihi! Köstlich! Das Du die beschriebenen Mütter (und Väter!) nicht in den Kitas und Schulen triffst. dieser Wunsch wird sich llerdings nicht realisieren lassen.
Ich bin seit acht Jahren in dem Verein. Und im Nachhinein sehr dankbar, dass wir durch zwei Wohnsitze nie Pekip oder Babyschwimmen machen konnten. Oder wir besonders viel Kontakt zu Natural-Born-Mums hatten.
Dann im Ausland war sowieso alles anders.
Und jetzt kenne ich keinen, der so ist.
Und ich muss Azido zustimmen. Es wird noch lustig, wenn die Schule beginnt.
Meine erste Einladung zu einem Schulfest nach dem Umzug nach Deutschland wurde mir von einer Mitmutter geschickt. In lateinischer Ausgangsschrift auf Lilatur2 geschrieben.
Ich fing hysterisch an zu lachen.
Ach so. Mein Kind war anfangs nicht hübsch, schlief nie, schrie dauernd und wollte dauernd bespasst werden. Es ist ein Wunder, dass sie die Zeit überlebte.
ich kenne dises verhalten von den müttern meiner grundschulkollegen…
vier supermuttis versammelten sich und gaackten laut herum, wie toll ihre kinder im hockey, spanisch, whatever seien… ein kind einer mutter des “entenveriens”, zu dem ich immer noch kontakt habe, entwickelte sich nun zu einem richtigen schnösel… frei nach dem motto: tiffanykette hier, joopparfüm da, usw…
…schrecklich!…
Sehr schön!
Ich bin vor vier Wochen dem Mütterclub beigetreten und neben vielen anderen nervigen Besserwissereien war das Lächerlichste der Spruch “Ein glückliches Kind schläft durch”.
Bin froh wenn ich im August wieder arbeiten gehe, man verliert ja völlig sein Leben aus den Augen sonst…
Nachträglich herzlichen Glückwunsch!
Ich dachte immer Twitter hat auch eine “unfollow” möglichkeit!
Mal ehrlich,wens stört der höre weg
Ich gibt nunmal solche und solche Kinder und Mamas,und wenns mir zuviel wird dann mute ich oder enrfolge oder mache mir einen Spaß draus!
Aber ich finde grade solch einen Blog eintrag leicht übertrieben.
Wer der anwesenden Müttern hat nicht auch schonmal von den angewohnheiten seiner Kinder geschrieben?
Sich darüber aufzuregen find ich fast genauso schlimm wie diejenigen welche die sich Glucken nennen
Willkommen hier.
Dieser Text hat mit Twitter übrigens überhaupt nichts zu tun.
Es geht wohl nicht um “schon mal”.
Ich möchte nicht als Nicht-Mutter zum Kaffeekränzchen Nachmittags ab 14.30 Uhr kommen dürfen, aber nicht klingeln, Kind schläft. (Ja, das ist ok).
Schuhe aus, sonst wird das Kind wach. Und dann muss ich mir im Flüsterton Verdauungs-Aggregat-Zustände und Windelunterschiede erläutern lassen.
Amüsiert. Sehr sogar.
Oh ja! Der Artikel ist zwar ein wenig älter, aber ich muss einfach trotzdem was senfen.
Ich hab im Bekanntenkreis zwei solcher Exemplare. Das eine ist inzwischen Oma und ich bin die Cousine ihrer Enkel- jedesmal hört sie sich um, wie wir es machen, nur um dann zu protzen, wieviel toller doch ihre Enkel alles können und machen.
Die zweite ist meine Kollegin und jammert oft mit Tränen in den Augen, dass sie bei einem normalen 8-Stunden-Tag ja so wenig Zeit für ihr Kind habe. Und überhaupt könne sie dies und jenes nicht machen und müsse heute dringend eher gehen, weil das Kind zum Babyschwimmen oder zur Kleinkindermusikstunde muss (es kann noch nicht mal sprechen), aus jedem Urlaub werden Fotohefte mitgebracht, wo man sich neben x GB umfassenden Ordnern auf dem Computer ansehen muss: Kind, lachend, am Strand. Kind, lachend, am Strand, Kopf zehn Zentimeter weiter unten. Kind, lachend, am Strand, in der Hocke. Kind, …
Maria-Sophie hier, Maria-Sophie da. Überall. Immer wieder.
“Weißt Du eigentlich was Du Deinem Kind antust?” oder “Du kannst wohl nicht loslassen?”, weil ich meinen Sohn nicht mit einem Jahr in die Fremdbetreuung gegeben habe, musste ich mir diese Fragen und diverse Meinungen zum Thema ungefragt anhören. Auch nicht schön. Bei Deinem Eintrag stellt sich mir eine ganz grundsätzliche Frage: Warum sollten Mütter, die angenehmeren Menschen sein? Es gibt nervige und weniger nervige Menschen, manche sind noch Mütter dabei. Ich jedenfalls werd die Eier für meinen Sohn zukünfitg nach Deinem Rezept mit den indischen Quellwasser kochen. Hört sich gut an.
Herrlicher Text!
Aber:
>>Wenn ihr die ersten 5 Jahre zu Hause bleiben wollt, prima. Wenn andere Mütter aber nach einem Jahr wieder arbeiten gehen, ist das deren Sache.<<
DAS funktioniert auch im Umkehrschluss … nämlich wenn Mütter aus der benachbarten Kleinstadt meines Dorfes, in der es selbstredend eine Krippe, hundertdrölf Tagesmütter und mind. 2 Kindergärten mit U-3-Betreuung gibt, entsetzt die Augenbraue gen Haaransatz ziehen weil mein Kind mit 2 Jahren und 8 Monaten noch nicht den dörflichen Kindergarten besucht (nebenbei: ihn nicht besuchen KANN, und selbst WENN es könnte, dann nur bis 12:30h) und ich in dieser Zeit wenigstens für alle Karriere-Muttis offensichtlich VERSUCHE, meine "Karriere" voranzutreiben.
Oh ja! Beim 2. Kind bin ich nach 2 Jahren wieder arbeiten gegangen. Und musste mich immer rechtfertigen, warum ich so früh wieder arbeiten gehen. Jetzt, beim 3. Kind nehme ich 3 Jahre Elternzeit. Und muss mich rechtfertigen, warum ich so lange zu Hause bleibe.