Bertolt Brecht – Sonett Nr. 19
20. September 2011
Nur eines möcht’ ich nicht: dass du mich fliehst.
Ich will dich hören, selbst wenn du nur klagst.
Denn wenn du taub wärst, braucht ich, was du sagst
Und wenn du stumm wärst, braucht ich, was du siehst.
Und wenn du blind wärst, möcht ich dich doch sehn.
Du bist mir beigesellt als meine Wacht:
Der lange Weg ist noch nicht halb verbracht
Bedenk das Dunkel, in dem wir noch stehn!
So gilt kein “Lass mich, denn ich bin verwundet!”
So gilt kein “Irgendwo” und nur ein “Hier”
Der Dienst wird nicht gestrichen, nur gestundet.
Du weißt es: wer gebraucht wird, ist nicht frei.
Ich aber brauche dich, wie’s immer sei
Ich sage ich und könnt auch sagen wir.
9 Kommentare
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Das finde ich schön.
Wunderbar. Und das Sonett Nr. 9 …
Sehr romantisch…
ja, und wie…!!
Hach. Wie schöööööööööööööönnnnnnnnnnnnnnnnn
ich verstehe nicht so recht was an dem sonett romantisch ist, überlegt doch mal. es wurde 1939 geschrieben (stichwort: nationalsozialismus, 2.weltkrieg)
Dann erstrecht. man kann doch gedichte mittlerweile immer wieder anders anwenden. so wird es auch gemacht. und jeder möchte sich selbst drin wieder finden. es ist halt schön.