Freundschaft
Zu Freundschaften ist schon so viel Kluges gesagt, geschrieben und gesungen worden, dass man meinen sollte, dass dem eigentlich nichts mehr hinzuzufügen ist.
Freundschaften sind ein zentraler Bestandteil unseres Lebens. Da gibt es die Freundschaften, die schon im Sandkasten entstehen und die ein Leben lang Bestand haben. Aber auch später im Leben begegnen uns immer wieder Menschen, die besonders sind, denen wir uns nah und verbunden fühlen und denen wir vertrauen. Die Fähigkeit, Freundschaften zu schließen ist wie Fahrradfahren – sie bleibt uns ein Leben lang erhalten. Mit zunehmendem Alter werden wir kritischer, haben andere Ansprüche, sind vielleicht vorsichtiger oder gar misstrauisch aufgrund bereits gemachter Erfahrungen, aber wir schwingen uns immer wieder in den Sattel und bestreiten das nächste Rodeo.
Freundschaften entstehen manchmal an den seltsamsten Orten und in völlig unerwarteten Situationen. Baumärkte, Wartezimmer, Büros, Internetforen, Urlaubsreisen, Hundespaziergänge, Kinderbastelgruppen – überall kann uns auf einmal ein Mensch begegnen, der es wert ist, das Sandförmchen und die ungeheuerlichsten Geheimnisse mit ihm zu teilen.
Freundschaften sind so unterschiedlich wie wir selbst. Manche Freunde sehen einander täglich, andere telefonieren oder mailen sehr viel. Allen gemein ist das Gefühl von Nähe, das mit tatsächlichen geographischen Gegebenheiten nur sehr wenig zu tun hat. Auch nach einem Jahr kann ein Wiedersehen sich so anfühlen, als ob man einander erst gestern zuletzt gesehen hat.
Freundschaften sind nicht immer einfach. Sie sind manchmal einseitig, unausgeglichen, anstrengend und kompliziert. Sie können arbeitsintensiver sein als so manche Liebesbeziehung, sie können belasten und bisweilen Konfliktsituationen heraufbeschwören, aus denen man nur schwerlich einen Ausweg findet.
Freundschaften sind keine Konsensveranstaltung. Man muss nicht immer einer Meinung sein, man muss auch mal böse aufeinander sein und miteinander streiten können, und manchmal ist man auch einfach nur furchtbar enttäuscht. Freundschaften sind strapazierfähig. Aber ein ganz wesentliches Merkmal einer Freundschaft ist, dass man miteinander redet, dass man sich Position des anderen anhört, seine Meinung respektiert, auch wenn man sie nicht teilt.
Soviel zur Theorie.


Schön gesagt. Die Theorie ist so, leider ist das mit dem Reden manchmal nicht so einfach. Vor allem, wenn man sehr enttäuscht ist. Die Frage drängt sich dann nämlich auf, ob derjenige wirklich ein richtiger Freund ist oder eben nur ein Bekannter. Diese Zweifel lassen sich dann eben nicht so schnell wieder vergessen.
Da sind zwar viele Erfahrungen dabei, die ich bisher nicht gemacht habe, aber dass Freundschaft nicht immer einfach ist, kann ich schon bestätigen.
Und um noch mal was thematisch völlig Unpassendes und wahrscheinlich auch hoffnungslos Verspätetes zum Blogdesign zu sagen: Ich mag das Foto da oben rechts, obwohl ich nicht genau weiß, warum.
Und leider kommt die Praxis da nicht hinterher.
Stimmt, denn manchmal bewahrheiten sich vermeintliche Freundschaften als nicht wirklich praxistauglich.
Schöner Artikel. Gefällt mir.
Sehr schön geschriebener Artikel. Mir gefällt deine Schreibweise.
Danke und willkommen hier!
Wie wahr dieser Artikel doch im Angesicht meines heutigen Tages ist…
yeap.. ein wunderbarer Artikel…und absolut wahr….und im Laufe seines Lebens macht man alle Erfahrungen…leider…!!
Danke Dir….:0)