Zum Inhalt springen

Die Eintütung von Madame und andere Unerfreulichkeiten

26. Januar 2010

Der Tag begann schon mies mit aufstehen müssen, bevor ich nicht mehr müde bin. Gibt es wirklich Menschen, die um halb sieben nicht mehr müde sind? Nach diesem unakzeptablen Tagesbeginn, setzt sich das Elend fort mit einer Kollegenmail, die mich so geärgert hat, dass ich vor Wut bis 11.15 Uhr gebraucht habe, bis ich wieder meine vornehme Gesichtsblässe zurückgewonnen hatte. Was auch an der emotionalen Anstrengung liegen könnte, die das Verfassen einer sehr sachlichen Antwort so mit sich bringt.

Gegen Mittag stellt sich heraus, dass jemand in meinem Terminkalender rumgemanscht hat, so dass ein erboster Kunde berechtigterweise telefonisch nachfragt, ob ich noch gedenke zum Termin zu erscheinen. Natürlich gedenke ich – Geschwindigkeitsüberschreitungen bis 25 km/h innerorts gehen abzüglich Toleranz noch einigermaßen glimpflich ab, oder?

Nachmittags telefoniere ich wieder mit einem Menschen, der sprachlich mindestens 3,5 Promille hat und mir ein unsittliches Angebot macht. Irgendwie erschüttert mich das dann schon noch nur mäßig.

Gegen Abend steht die Eintütung von Madame an, da wir ja heute wieder zum Tierarzt müssen. Leider hat Madame ein sehr gutes Gedächnis und ich heute keinen Herrn Quadratmeter daheim, der mir hätte zur Hand gehen können. Machen wir es kurz: eine Wohnung im Chaos, lädierte Knie, Oberschenkel, Hände und ein angebissener Unterarm bei mir, totale Panik und gnadenlose Wut bei Madame. Ich wusste bis heute gar nicht, dass unsere Katze solche Geräusche und Brüller von sich geben kann.

Nun sitze ich hier mit frisch erworbenen Rescue-Tropfen, die ich vorhin selbst hätte brauchen können und der liebevollen telefonischen Anweisung meiner Tierärztin und meiner Freundin, es einfach später noch mal zu versuchen. “Ach”, sagt die Ärztin,”wir haben Notdienst, ich bin gespannt, ob sie irgendwann bis morgen früh bei uns einlaufen.”

Gna.

36 Kommentare Eins hinterlassen →
  1. 26. Januar 2010 20:09

    Für so intelligente Tierchen sind Katzen ganz schön doofe Viecher. :-D Und was den 3,5-Promille-Typen angeht: Zitate bitte. ;-)

  2. 26. Januar 2010 20:10

    Süße, *anmeinebrust*.

    Nächstes Mal nimm bitte mein Angebot an, ja? Ja?

    • 26. Januar 2010 20:21

      Schatzl, die hätte dich gleich mitzerfetzt :( Das Schlimme ist, dass ich mich nicht traue, das jetzt noch mal zu probieren.

      Dr. Borstel, lieber nicht ;) Ich hab’ dich übrigens schon vermisst!

    • 26. Januar 2010 20:26

      Wollt mich ja nicht aufdrängen, aber hey, zu zweit ist es aber meistens einfacher. Und manchmal eben grad auch mit jemanden, der das Tier nicht so abgöttisch liebt, weil er es nicht so doll kennt. Ein, zweimal hat mir ein Nachbar durch beherzte(re)s Zugreifen geholfen. Man selbst traut sich manchmal nicht so, weil man nicht Aua machen will.

  3. 26. Januar 2010 20:17

    Oh! Ich dachte schon meine Katzen-Omi wäre widerborstig, aber das topt ja alles. Abwarten bis sie schläft und dann im Überraschungsschnellangriff?

    Aber sooo krank scheint sie dann ja doch nicht zu sein, wenn sie noch so viel Energie hat.

    Alles Gute für Euch zwei
    Angela

    • 26. Januar 2010 20:19

      Wenn Du Dir ne schlafende Katze greifst, wird sie Dir das nie verzeihen und Dir nie wieder vertrauen. Kommt nicht so gut.

      Mein Trick ist immer, rückwärts mit dem Katzentier zu gehen und mich dann blitzschnell dahin umzudrehen, wo die Box steht und rein.

    • 26. Januar 2010 20:23

      Sie hat gestern ja Aufbauspritzen bekommen… Seufz. Das macht fit. Aber sie MUSS dahin, dringend.

  4. 26. Januar 2010 21:07

    Oh Mann, das hört sich nach keinem erfreulichen Tag an. Wünsche, dass es morgen besser wird :-)

  5. 26. Januar 2010 22:56

    Frau Quadratmeter,

    ich kenne Eure Madame nicht, ich kann Dir nur sagen, daß ich in mehr als dreißig Jahren des Zusammenlebens mit Katzen für keine einzige davon jemals einen Transportkorb brauchte. Die Tiere sind ausnahmslos ruhig bei mir am Arm bzw. im Wartezimmer des Tierarzts völlig unbeeindruckt vom Trubel rundherum auf meinem Schoß gesessen.

    Alles Gute unbekannterweise für Madame, und hoffentlich erweisen sich ihre Beschwerden als nicht weiter tragisch.

    Werner.

  6. 26. Januar 2010 23:22

    Ich puste einfach mal, damit es nicht mehr so weh tut: *pust pust* !

  7. 26. Januar 2010 23:22

    Ich drück die Pfoten für morgen. Für Madame und für Dich. Das muss ein besserer Tag werden!

  8. 27. Januar 2010 07:36

    Schrecklich schön,

    > Du musst ein toller Katzenflüsterer sein

    es ist umgekehrt: „meine“ Katzen waren bzw. sind tolle Menschenflüsterer.

    Werner.

    • 27. Januar 2010 11:19

      Lieber Werner,

      meiner physischen und auch psychischen Verfassung tue ich immer einen großen Gefallen, wenn ich Dinge, die mir quer liegen, zur Sprache bringe. So wie jetzt: Wenn Du und Deine Tiere ein so tolles Gespann sind, solltet ihr auf Tournee gehen, damit Du allen Katzenbesitzern, die Probleme haben, verängstigte (weil z.B. am Vortag mehrfach gespritze) Katzen in eine Transportbox und zum Arzt zu kriegen, helfen kannst. Das wäre toll.

      Mal im Ernst: Findest Du Deinen Kommentar hilfreich? Er ist eher wie eine Ohrfeige an alle, die zu dumm sind, mit ihrer Katze auf dem Arm zum Arzt zu gehen.

      So, und jetzt atme ich tief durch und hole mir einen frischen Kaffee. Oder besser einen Baldriantee.

      In diesem Sinne.
      SSL

  9. 27. Januar 2010 10:28

    Ich wünsche dann mal gute Besserung. Für bessere Tage.

  10. 27. Januar 2010 10:40

    Och menno! Ich hoffe die Wunden heilen schnell!!!
    Läßt sich Madame nicht irgendwie mit Leckerlies ködern, oder hab ich nur 2 ausgesprochen dämliche Katzen? Ich brauch nur in jede Box ein Leckerli zu werfen und anschließend die Türen zu verriegeln…aber das hilft Dir auch nicht weiter :-(

    Ich drück Dir die Daumen, dass Du die Mieze eingetütet kriegst und sie zum Tierarzt schaffen kannst *drück*

  11. 27. Januar 2010 11:48

    Liebe Frau SSL,

    ich bedauere sehr, daß mein Kommentar so aufgenommen wurde, wie es absolut NICHT meinen Absichten entsprach. Vielleicht kommst Du etwas ins Grübeln, wenn ich Dir sage, daß meinem letzten Kater, mit dem ich mehr als 13 Jahre verbracht habe, ein Auge rausgenommen wurde. Wahrscheinlich habe ich mehr unangenehme und schmerzhafte Stunden beim Tierarzt verbracht als Du.

    Ich verabschiede mich von hier. Von Pseudonymen angeflegelt zu werden hat mir zu keiner Zeit Vergnügen bereitet.

    • 27. Januar 2010 12:05

      Lieber Werner,

      natürlich. Du kennst Dich aus. Sonst keiner – wahrscheinlich…

      Sicher, niemand hat es gerne, Kritik zu erfahren, aber damit kennst Du Dich wohl auch aus – sehr wahrscheinlich.

      Viele Grüße
      Tina (in echt jetzt)

      *gehtjetztmalindiemittagspausejemandenanflegeln*

  12. 27. Januar 2010 13:07

    Oh. Katze. Transportkäfig. Autsch.

    Ich habe eine Weile in einem Tierheim mitgeholfen und dergleichen… “Freilaufende Hunde einfangen” stand dort auf der Tagesordnung. Das ging (meistens).

    Aber Katzen? Der von mir handaufgezogene Kampfkater, welcher bei meinen Eltern lebt, mußte ja auch schon oft genug zum Tierarzt. Ich erinnere mich an den einzigen Trick, ihn in die Transportkiste zu bekommen: Kiste mit der Öffnung nach oben (am besten von jemandem festgehalten) und den Kater “langgezogen” mit den Füßen voran hineinstopfen. Klingt … merkwürdig, wenn ich das jetzt hier so geschrieben sehe. War aber so.

    Und wozu Katzen wirklich fähig sind, sah man, wenn versucht hat, ehemalige Straßenkatzen, die man ins Tierheim gebracht hatte, für eine Impfung oder ähnliches einzufangen…

    Also ich kann mir gut vorstellen, was für ein Kampf das mit Madame war, ich hätte wohl auch kaum den Mut, es noch einmal zu probieren, aber wat mut dat mut… ich drück die Daumen!

    Ach und

    • 27. Januar 2010 13:37

      So muss ich das leider auch oft mit meinem Kasi-Hasi-Schatz machen. Der hat nämlich auch schon viele, viele unangenehme und schmerzhafte Stunden beim Tierarzt verbracht.
      Dennoch ist es ja so noch eine “humane” Methode, weil man den Katzen dabei nicht weh tut.

      Aber an eine freilaufende Katze würd ich mich nur mit Käscher wagen. Die sind nämlich sehr sehr wehrhaft.

    • 27. Januar 2010 13:43

      Wehrhaft… aber hallo.

      “Kann mal jemand die wilde Katze aus Zimmer 3 einfangen? ….. Hallo? … Könnte mal jemand… Hallo! HALLO!!! Mist.”
      :-D

    • 27. Januar 2010 13:45

      Hihi, man sah nur noch Staubwölkchen…

      Hach, ich leide immer sehr mit, mit Besitzern wie mit den Patienten. :-(

    • 27. Januar 2010 13:54

      In meinem obersten Kommentar steht ganz unten “Ach und”.

      Ich glaub, ich werde wirklich langsam alt. :-(

      Brauche dringend einen transportablen Editier-Button, der mit mir um die Blogs ziehen kann…

    • 27. Januar 2010 14:07

      Ich hätte es nicht gemerkt, wenn Du es nicht gesagt hättest. :-)

    • 27. Januar 2010 14:10

      Das läßt hoffen…. hoffe ich. Aber daß im selben Kommentar obendrein auch noch ein Wort fehlt, das…. verrate ich jetzt mal lieber nicht.
      ;-)

    • 27. Januar 2010 14:22

      Auch das hab ich nicht bemerkt… ;-)

  13. 27. Januar 2010 15:20

    Ich habe von Katzen auch nicht den Hauch einer Ahnung, vermutlich würde ich sie kächern oder sonst was völlig falsches tun, aber sie wäre in der Kiste. Rein ergebnisorientiertes Handeln … oder so.

    Hoffen wir für den Rest des Tages nur das Beste. Kann Du sie hinein diskutieren? ;)

    auf jeden Fall gibt es einen *daumendrückerklick*

    • 27. Januar 2010 15:33

      Wenn Frau QM kätzisch könnte, könnte sie die Katze reinquasseln, gar keine Frage… :mrgreen:

      Und ja, Du hast keine Ahnung von Katzen… ;-) , aber ergebnisorientiertes Handeln ist ja sonst völlig in Ordnung.

  14. 27. Januar 2010 17:50

    Gute Besserung an die Miezekatze!
    Hoffentlich lässt sie sich noch irgendwann zu einer Spazierfahrt überreden…

  15. 27. Januar 2010 20:10

    @ruediger: Hineindiskutieren? Made my day :)

    Die Madame redet langsam wieder mit mir, ich nehme an sie hat auf die Uhr gesehen und festgestellt, dass die Arztpraxis heute schon geschlossen hat. Morgen also, dann auch zu zweit.

    Ich finde die vielen Daumen und guten Wünsche sehr lieb, denn mir ging es gestern gar nicht gut, und ich habe mich reichlich schofel gefühlt, das arme Tier so ärgern zu müssen.

    Ursprünglich wollte ich mich hier noch zur Diskussion zwischen Frau SSL und Werner äußern, aber ich lasse es, da es wohl nur zu weiterem Unfrieden und nicht zur Entspannung der Lage führen dürfte.

    Als ich kürzlich schrieb, dass das hier kein rosaroter Blümchenblog ist, habe ich damit nicht gemeint, dass ihr euch hier gegenseitig verbal verhauen sollt ;)

  16. tina Permalink
    27. Januar 2010 22:27

    Liebe Frau Quadratmeter,
    natürlich ist jede Katze verschieden. Bei mir wohnt auch ein ich-kämpfe-um-mein-Leben-Kater; das Einfangen im Tierheim brauchte Netz am Stock, mehrere Leute, Decke, und brachte trotzdem beträchtliche Verletzungen.
    Hilfreich war hier folgendes: etwas grösseren Katzenkorb mit von oben schliessendem Deckel anschaffen, da kann man “Katze-mit abspreitzenden-Beinen” am Stück hineinsetzen und dann den Deckel draufdrücken, ohne in einen verstörenden Strampel-Kratz-Beiss-Kampf verwickelt zu werden (schnelles Handeln ist wichtig). Im Laden heisst das Modell “kleiner Hundetransportkorb”. Oder Wäschekorb :-)
    Dekonditionieren hilft enorm = Transportkorb in der Wohnung offen herumstehen lassen, Katzen drin spielen lassen, eine Zeitlang regelmässig drin füttern. Auf dem Weg zum und vom Tierarzt immer im Korb füttern. Wichtig ist die Lektion: Im Korb ist es lecker und gemütlich! Mein Panikkater fand es lange sehr schlimm, selber in den Korb zu springen, selbst für Fisch wollte er das nicht tun. Mittlerweile springt er aber schon ganz locker hinein und sucht nach essbarem.
    Dekonditionieren Teil 2 = Hantieren an/mit der Katze üben, v.a. das Hochheben, festhalten, irendwo hinsetzen. Das war hier der schwerste Teil. Der Panikkater wollte sich eigentlich lieber gar nicht anfassen lassen, und so hat er über Monate täglich Fischfilet gekriegt (das war die Belohnung; erst für aus der Hand fressen, dann für ausgiebig kraulen, dann für auf den Arm nehmen, dann für ein Stückchen herumtragen) und bis heute ist es so, dass wir täglich vor dem Katzenfrühstück ein paar Minuten auf dem Arm schmusen – mittlerweile aber ganz entspannt und er geniesst das sehr.
    Trotz allem bleibt mein Panikkater natürlich ein Angst-Kämpfer und ich bin gespannt, wie die nächste Fahrt zum Tierarzt wird; aber mittlerweile lässt er sich mit nur kurzer heftiger Gegenwehr einpacken, ohne wirklich um sein Leben zu kämpfen. Aber Narben am Arm hab ich auch :-)
    Ich drücke Ihnen und Ihrer Katze die Daumen, dass es doch noch gut geklappt hat!
    Viele Gruesse, Tina

    • 27. Januar 2010 23:03

      Hallo Tina,

      herzlich willkommen hier :)

      Ich merke schon, du hast eine gute Vorstellung davon, was hier los war. Ich kann berichten, dass die Transportkiste tatsächlich im Wohnzimmer stand mit Kuscheldecke, Leckerchen etc. Nur dass die Katze nach dem ersten Arztbesuch, der erst 24 Stunden her war, einfach nicht in Stimmung war. Die beiden Kater schlafen in den Kisten, fressen dort und finden das ganz toll, allerdings müssen sie auch nur zur Impfung, das geht ohne jeglichen Terror.

      Ich darf sie überall und immer anfassen, hochheben, rumtragen, irgendwo rein- oder draufsetzen. Nur gestern eben nicht.

      Der Tipp mit dem Modell “kleiner Hundetransportkorb” ist prima, vielen Dank. Auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.

Join 5.021 other followers