Bald Neues vom Spocht?
Ich bin ja nicht so der Mensch für gute Vorsätze. Entweder mache ich was oder ich lasse es sein. Punkt. Und Sport finde ich allenfalls als Zuschauer toll. Schon bei den Bundesjugendspielen war ich eher erheiterndes Beiwerk als ernstzunehmender Gegner. Ich glaube, ich habe nur ein einziges Mal eine Siegerurkunde bekommen. Wahrscheinlich hatte sich da nur jemand beim Addieren der Punkte vertan.
Eine Zeitlang bin ich sogar regelmäßig joggen gegangen. Bis dass ich mir einen kompletten Bänderriss mit Zubehör zuzog. Der wurde operiert, und ich lag 14 Tage im Dorfkrankenhaus mit einer ständig pupsenden Omi im Zimmer. Ich krückte danach noch ewig durch die Gegend, der Fuß wurde erst ein Jahr danach langsam etwas normaler. Joggen ging leider nicht mehr so wirklich, und ich war auch irgendwie raus.
Dann kam die Badminton-Phase. Anfänglich war das toll, weil ich als Linkshänder für leichte Irritationen sorgte. Leider hielt dieser Bonus nie besonders lange vor, und ich sah partout nicht ein, mich kamikazemäßig in irgendwelche Ecken zu werfen, nur um einen Ball zu erhaschen. Seitdem habe ich phasenweise Knieschmerzen, die mir ein Orthopäde mal mit einer nicht ausreichenden Knorpelmenge unter den Kniescheiben erklärte.
Schwimmen finde ich gruselig. Nicht wegen der vielen schicken Menschen. Ohne meine Kontaktlinsen bin ich so blind, dass ich nicht einmal Männlein von Weiblein unterscheiden könnte. Aber im Becken stelle ich mir dauernd vor, wer in das Wasser gepupst, gerotzt, gespuckt oder gepieselt hat. Im Badesee habe ich Angst, weil ich nicht sehen kann, was unter mir ist. Die Existenz von Nessie inklusive Verbleib konnte immerhin bis zum heutigen Tage nicht zufriedenstellend geklärt werden.
Fahrradfahren finde ich toll! Allerdings bin ich dann immer so damit beschäftigt spazierenzugucken, dass mein Puls wahrscheinlich dem eines Yogaschülers entspricht. Einen Hund, mit dem ich regelmäßig vor die Türe müsste, besitzen wir leider nicht. Ich weiß, ich weiß, das würde eh nicht gelten.
Aber zurück zu den Vorsätzen. Mein Job ist einer von der geliebten, aber stressigen Sorte. Lange Tage, unregelmäßige und ungesunde Essgewohnheiten, Termine, bei denen man stundenlang in schlecht belüfteten Besprechungszimmern sitzt, kalte Baustellen, unbeheizte Häuser – und abends fällt man dann einfach nur noch tot in die Lieblingssofaecke. Hinzu kommt, dass sich, wie ja bereits hier erkennbar, mit großen Schritten ein runder Geburtstag nähert. Und ich stelle fest: es gibt sie auch für kindlose Menschen, die biologische Uhr. Flankiert von liebevollen Ermahnungen meiner Hausärztin, meiner Freundin und – natürlich – Herrn Quadratmeter soll ich mich nun also endlich mal aufraffen und meinem Körper etwas Gutes tun. Man wird ja nicht jünger. Das rächt sich im Alter. Das ist ein guter und wichtiger Ausgleich. Etc.
Lange habe ich mich argumentativ geschickt aus der Affäre ziehen können. Aber: meine Freundin hat mittlerweile ein Fitness-Studio in meiner Nähe aufgetan. Sie hat mir gestern den Stundenplan auf den Tisch gelegt, der besagt, dass es abends Kurse gibt, die auch in meinen Kalender passen. Aufgrund einer ausgeklügelten Fragetechnik hat sie herausgefunden, dass ich zum Body-Workout soll. Mit ihr. Jede Woche. Und nächste Woche soll die erste Probestunde sein. Ich komme aus der Nummer also wohl nicht mehr raus.
Man muss dazu wissen, dass meine Freundin im Vergleich zu mir elfengleich daher kommt. Langes blondes Haar mit Locken, schlank, sie gibt Tanzkurse… Muss ich das noch weiter ausführen? Daneben dann ich, bekennender Unsportler und Grobmotoriker, ständig im Clinch mit Türzargen, Tischplatten, Bürgersteigkanten, Haustieren und Schranktürecken.
Aktuelle to do-Liste:
1. Die Probestunde überleben.
2. Vorher eine Bestandsaufnahme aktueller Verletzungen und blauer Flecken erstellen.
3. Unsere Haftpflichtversicherung anrufen
4. Mich vorher erkundigen, ob Kursleiter und/oder Kursteilnehmer hier bloggen.
Die Rubrik “Erde, tu’ dich auf…” dürfte demnächst rapide anwachsen.


Wie wärs mit Schach? Gilt das nicht auch als Sport?
Das mit dem Schwimmen kann ich übrigens uneingeschränkt teilen.
Keine Panik, das wird schon schiefgehen. Alles halb so schlimm. *plattitüde*
Mein Beileid! Selbes Thema bei mir, allerdings ohne Freundin, die mich in eine Fitnesshölle schleppt. Daher Eigenantrieb nötig. Ich sollte mal wieder das Ergometerbiest im Keller besuchen…
Oh, dieser Kommentar ist nicht motivierend, merke ich gerade. Neuer Anlauf. Ähm… Ich bin übrigens auch Linkshänder. Bestimmt liegt es daran.
3. Versuch: Du wirst es überleben! Tschaka! (Das war doch schon ganz gut. Langsam finde ich rein…)
Same here. Hätte mein Arzt sich nicht mit der Krankenkasse verbündet und mir das quasi auferlegt, würde ich sicherlich auch nicht 2x die Woche zu derlei Kursen rennen.
…ich halt mich da raus
, übrigens möchte ich mich an dieser Stelle bei den Linkshändern einreihen *grins*
Oh, ich bin nicht allein. Das ist verdammt tröstlich!
Das mit der Haftpflichtversicherung ist gut, das solltest du wirklich vorher klären!
Einer Freundin ist mal mitten im Schnittenhopsen-Kurs schwindlig geworden, sie taumelte, stürzte und zertrümmerte dabei einen der deckenhohen Monsterspiegel, mit denen in diesen Kursräumen die Wände abgedeckt werden, damit man die ganze Zeit seinen Fettpolstern beim Schwabbeln zusehen kann…
Genau vor diesen Spiegeln habe ich Angst. Ich kenn’ mich ja… Vorher reisse ich am besten noch die am Spiegel befestigte Ballettstange ab. Es muss sich ja lohnen
Schönstes Wort des Blogbeitrags: spazierenzugucken. Wird sofort adoptiert.
Und ansonsten: Frau Unterholz hatte mit Schach einen sehr guten Einfall. Ich dachte an Backgammon.
Oh weh. Ich kann das voll und ganz nachvollziehen. Bei mir gilt auch gerade: Entweder ich kann joggen oder ich mach gar nichts. Nun denn… *hüstel*
Ach was, das wird toll werden. Vielleicht vor der beginnenden sportlichen Betätigung beide Arme seitwärts ausstrecken und sich 2 Mal langsam um die eigenen Achse drehen, wenn keine “Feindberühung” => immer kräftig druf.
Einfach mal nein sagen lernen.
Was das Alter angeht: Ich gebe mir auch alle Mühe, meine Rente nicht mehr zu erleben. Wofür soll ich denn 150 werden, wenn ich all die gewonnene Zeit mit Sport zubringe?
Und wie sieht es aus mit Surfen?
Mache ich doch täglich, Herr Spanksen
Aaaalso: Bewegung ist gut und kann auch viel Spaß machen – wenn man dazu nicht gezwungen wird. *g
Ich bin über die Hälfte meines Lebens (statistisch gesehen), eine ziemlich unsportliche Figur, die in jedem Fitness-Studio nur mit Mitleid angeschaut wird, aber vor 6 Jahren habe ich einen VHS-Kurs entdeckt, von dem mich niemand mehr trennen kann. Dance-Aerobic. Nicht lachen bitte. Sowas gibt es nicht nur für junge Mädchen! Und es macht sowas von Laune. Seitdem sind die Dienstage die Highlights in der Woche für mich. Tolle Musik, viel Bewegung, viel Lachen mit den anderen. In einem Wort: Angriff der Glückshormone. Überhaupt würde ich Dir eher eine Gruppensportart empfehlen, anstatt diese Einzelnworkouts, die elend langweilig und quälerisch sein können. Probier’s mal aus, melde Dich an! Viel Spaß dabei!
Ach neeeeee.
Ich hab auch nur eine einzige Siegerurkunde in meinem ganzen Leben als Pflichtsportlerin bekommen.
Seitdem ich Kürsportlerin bin, walke ich vielleicht zweimal im Monat und dafür belohne ich mich dann ausgiebig…
*kontraproduktiv*
Das war ja wieder klar
Das Probetraining ist übrigens wohl um eine Woche verschoben. Gnadenfristen sind was Feines!